MAIN-TAUNUS-KREIS – Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun und Fatih
Saraçoğlu durch einen rassistisch motivierten Attentäter ermordet.

Auch ein Jahr nach der schrecklichen Gewalttat in Hanau, nur wenige Kilometer von uns entfernt,
sind wir entsetzt und tief betroffen. Diese rechtsextreme Tat war ein Angriff auf unsere Gesellschaft
und die Werte unserer Demokratie. Wir, Bündnis 90/Die Grünen Main-Taunus, verurteilen die Tat
auf das Schärfste: Hass, Hetze und Rassismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft, weder
in Hanau, noch bei uns im Kreis oder weltweit.

Es handelt sich bei dieser Tat keineswegs um einen Einzelfall. Rechtsextremismus gilt laut
Bundesinnenministerium inzwischen als die größte Gefahr für unsere Demokratie. Wir müssen alle
zusammenrücken. Wir brauchen eine neue starke Kultur des solidarischen Miteinanders.
Rassismus bekämpfen wir nur gemeinsam Gedenken und Erinnern sind wichtig und heilsam. Wir vermitteln damit den Hinterbliebenen in Hanau: Ihr seid nicht allein. Wir stehen an eurer Seite. Und gleichzeitig halten wir so eine Forderung an uns alle wach: Nur gemeinsam überwinden wir Gleichgültigkeit. Die Mehrheit der Anständigen ist gefragt, sich für Demokratie und Freiheit einzusetzen.

„Neben dem Kampf gegen rechtsextreme Gruppen und Strukturen muss eine der Konsequenzen
zielgerichtete Präventionsarbeit sein“, mahnt Haluk Kaya, Vorsitzender des Ausländerbeirates in
Hofheim und Kandidat für Bündnis 90/ Die Grünen Main-Taunus zur Kreistagswahl. „Wir wollen
damit Rechtsextremismus den Nährboden entziehen. Versuche der Menschenfeinde, zu
rekrutieren oder zu mobilisieren, sollen auch mit Hilfe unseres Engagements hier im Kreis ins
Leere laufen.“

Aktiv gegen Diskriminierung im MTK

Wirkungsvolle Präventionsarbeit braucht personelle Verankerung, sagt Bianca Strauß, CoVorsitzende der KreisGRÜNEN. „Mit der Schaffung einer Antidiskriminierungsstelle MTK und auch der Einrichtung interkultureller Begegnungsorte wie etwa der Idee eines ‚Hauses der Kulturen‘ in Hofheim wollen wir Menschen für Diskriminierung im Alltag sensibilisieren und ermutigen, Haltung zu zeigen. Die Botschaft lautet: Wir müssen hinschauen. Wir können alle etwas tun. So setzen wir uns für eine offene und tolerante Gesellschaft auch in unserem Landkreis ein.“
Hanau, Halle, die Opfer des NSU, der Mord an Walter Lübcke, die vielen Opfer rassistischer
Gewalt der letzten Jahre – sie nehmen uns alle in die Pflicht.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern, bei deren Verwandten und Freund:innen, sowie bei allen
Menschen die durch rassistische Angriffe bedroht und verletzt wurden.

Bianca Strauss