RÜSSELSHEIM – Rüsselsheim am Main ist ein guter Standort für die Hochschule RheinMain (HSRM). Die Hochschule wiederum macht Rüsselsheim attraktiv. Wie sich Kommune und Hochschule auf diese Weise gegenseitig befruchten, darüber tauschten sich jetzt die neue Präsidentin der HSRM, Prof. Dr. Eva Waller, und der Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim am Main, Udo Bausch, aus. Beide vereinbarten für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit als das bisher schon der Fall gewesen ist.

Seit Januar 2021 leitet die Wirtschaftsrechtlerin Eva Waller die Hochschule mit Standorten in Wiesbaden und Rüsselsheim und insgesamt rund 13.900 Studierenden – davon knapp 3.500 in Rüsselsheim. „Rüsselsheim hat als Hochschulstadt großes Potenzial“, sagte Prof. Dr. Waller beim Besuch im Rathaus. Sie nannte hier unter anderem die gute Infrastruktur der Stadt und das große Interesse an neuen Mobilitätsformen. Der Schwerpunkt auf ingenieurwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fächern am Standort mache Rüsselsheim interessant für Unternehmen aus innovativen Branchen.

Forschung zur neuen Mobilität unterstützen
Oberbürgermeister Bausch wünschte sich für die Hochschule mit ihren exzellenten Angeboten in Lehre und Forschung eine noch bessere Sichtbarkeit als Teil von Rüsselsheim. Wichtige Anliegen der Kommune selbst seien unter anderem bessere Wegeführungen von der Innenstadt mit dem Bahnhof zum Campus, die die Stadt bereits mit einer zusätzlichen Wegbeschilderung angestoßen habe. Auch das Thema studentisches Wohnen fördere die Stadt nach Kräften. Unterstützung versprach der Verwaltungschef der Präsidentin schließlich bei der Verwirklichung einer Tankstelle für Wasserstoffgas in Rüsselsheim. Eine solche Anlage wäre sehr wichtig für die hoch aktuellen Forschungen der Hochschule zur neuen Mobilität.

Ein gemeinsames Anliegen von Präsidentin und Oberbürgermeister ist es, den Zugang zum Studium zu stärken und internationale Studierende zu fördern. Ausgesprochen erfolgreich ist die HSRM bereits heute dabei, jungen Menschen den Sprung in eine Hochschulausbildung zu ermöglichen: Der Anteil von Erstakademikern unter den Studierenden liege bei mehr als 60 Prozent, sagte Prof. Dr. Waller. Gerade für diese Studierenden sei es wichtig, Möglichkeiten zum Knüpfen von Netzwerken zu schaffen, betonte die Präsidentin. Sie wolle daher Formate wie das Erstsemester-Dinner stärken.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau internationaler Kooperationen. Dazu soll es beispielsweise Sommerschulen und internationale Workshops geben. Diese Ansätze passen zum gestärkten Profil der Hochschule mit einem eigenen akademischen Mittelbau und dem geplanten Promotionszentrum für Ingenieurwissenschaften.

„Doppeltes Netz“ für erfolgreiche Zusammenarbeit
Stadt und Hochschule werden künftig nach Möglichkeiten suchen, sich gegenseitig bei regionalen und internationalen Kooperationen zu unterstützen. Als Beispiel für regionales Netzwerken nannte der Verwaltungschef Gesprächsrunden zum Thema Automobilwirtschaft. Für internationale Kooperationen stünden unter anderem die Städtepartnerschaften. So habe die Partnerschaft mit dem französischen Évreux nicht nur politische und kulturelle Inhalte, sondern trüge auch zum wirtschaftlichen Austausch bei, sagte Oberbürgermeister Bausch. Er nannte als Beispiel den Kontakt zu einem PSA-Standort in Marokko, der über die Partnerschaft mit Évreux entstand. Wenn Kommunen und Hochschulen ihre jeweiligen Verbindungen für die Zusammenarbeit miteinander verknüpften, dann würde so ein „doppeltes Netz“ entstehen, freute sich die Präsidentin.

Junge Menschen aus anderen Ländern für das Studium in Deutschland zu begeistern und ihnen entsprechende Möglichkeiten aufzuzeigen, sei für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes wichtig, betonte Prof. Dr. Waller. Denn einerseits stünden junge Ingenieurinnen und Ingenieure für die Entwicklung von neuen Technologien, die dringend gebraucht werden. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach ingenieurwissenschaftlichen Fächern bei deutschen Studienanfängern nicht stark genug ausgeprägt.

Der Oberbürgermeister nannte hier eine weitere Stärke von Rüsselsheim am Main, welche die Stadt für junge Akademiker attraktiv mache: Mit mehr als 70 Sportvereinen und einer guten Sportinfrastruktur biete der Standort hervorragende Möglichkeiten selbst für Leistungssportler unter den Studierenden.

Hochschulpräsidentin und Verwaltungschef vereinbarten nach dem ersten Gespräch, sich regelmäßig über aktuelle Themen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen HSRM und Stadt auszutauschen.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales