RÜSSELSHEIM – Noch sind keine Lockerungen für den Schwimmbadbetrieb in Sicht, der aufgrund der Corona-Pandemie derzeit für die Öffentlichkeit geschlossen bleibt. Schwimmweltmeister Marco Koch ist einer der wenigen, der ins Schwimmbecken darf. Für ihn sind es gute Bedingungen, ergänzend zu seinem Haupttrainingsort im Landessportbund Hessen in Frankfurt, um für seine Teilnahme an den olympischen Spielen zu trainieren. Bis zu drei Mal pro Woche besucht er das Schwimmbad an der Lache, zusätzlich zu seinem Training beim Landessportbund. „Ich bin froh, dass ich hier trainieren kann und bin mir dieses Privilegs bewusst. Für mich ist das Training aber auch unabdingbar, schließlich verdiene ich als Profisportler damit meine Brötchen“, sagte der Schwimmer, der bereits seine Olympiaqualifikation in der Tasche hat.

Marco Kochs Schwimmtraining im Lachebad – Foto: Stadt Rüsselsheim am Main/Fotograf: Frank Möllenberg

„Als Stadt sind wir auf jeden Fall stolz, dass Rüsselsheim sozusagen einen kleinen Beitrag zu Olympia leisten kann. Natürlich hoffen aber auch wir, dass bald weitere Lockerungen möglich sein werden und wir unser Schwimmbad für alle öffnen können“, sagt Oberbürgermeister Udo Bausch. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr sind insbesondere die Hallenbäder für die Öffentlichkeit geschlossen. Ausnahmen gibt es nur für Kadersportlerinnen und Kadersportler, die sich auf nationale und internationale Wettkämpfe vorbereiten. Zudem können noch Berufsschwimmer wie Rettungsschwimmer und Schwimmmeister trainieren und Sportprüfungen beispielsweise für das Abitur oder die Polizeilaufbahn im Hallenbad abgenommen und der Rehasport durchgeführt werden.

Wie überall werde auch beim Bundeskader darauf geachtet, dass zum Schutz vor Corona bestimmte Sicherheitsmaßnahmen eingehalten und das Training der Athleten entzerrt wird. Dafür steht dann Marco Koch während seiner Trainingszeiten in Rüsselsheim das Schwimmbecken ganz allein zur Verfügung. „Ich schwimme gern im Rüsselsheimer Lachebad, es ist ein schnelles Becken und ich verknüpfe positive Erinnerungen mit dem Ort. Ich habe, damals noch im alten Schwimmbad, hier meine ersten Hessenmeisterschaften gewonnen“, sagt Koch, der 2015 die Weltmeisterschaft im 200-Meter-Brustschwimmen gewonnen hat.

Für ihn habe es jedoch ebenso einen faden Beigeschmack, dass der Schwimmbetrieb noch eingestellt ist. So mache er sich derzeit um den Nachwuchs im Schwimmsport und den Schwimmunterricht für Kinder Gedanken, der ebenfalls nicht stattfinden kann. „Wenn an der Basis niemand trainieren kann, kommt auch im Spitzensport langfristig nichts nach. Die Vereine leisten in diesen schwierigen Zeiten außergewöhnlich gute Arbeit, damit die Schwimmer motiviert bleiben“ ergänzt Shila Sheth, Landestrainerin des Hessischen Schwimm-Verbandes und Trainerin von Marco Koch. Sie hoffen daher wie alle auf weitere Lockerungen. „Ich versuche derweil, die ganzen Probleme um Corona auszublenden und mich auf meine sportlichen Ziele zu fokussieren“, sagt Koch. Jedoch werden wahrscheinlich auch die Wettbewerbe etwas anders als gewohnt mit keinem oder nur wenig Publikum stattfinden. Für diesen Fall wünscht sich Marco Koch, dass dann die anderen Teilnehmende und Trainerteams für Stimmung in den Sportstätten sorgen müssen. Die Stadt Rüsselsheim drückt Marco Koch in jedem Fall für die nächsten Olympischen Spiele in Japan und Europameisterschaften in Ungarn im Mai die Daumen.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
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