FLÖRSHEIM – Im vergangenen Jahr 2020 hat die im Auftrag der Stadt von der Caritas Main-Taunus betriebene Seniorenberatungsstelle Flörsheim einen Anstieg ihrer Beratungsleistungen um 179 Fälle auf insgesamt 1.405 Beratungen und Kontakte verzeichnet. Auffällig war der starke Zuwachs der Telefongespräche (825 in 2020 / 465 in 2019), während deutlich weniger Besucherinnen und Besucher persönlich in die Beratungsstelle kamen (155 / 279). Auch absolvierten die beiden Seniorenberaterinnen weniger Hausbesuche als im Vorjahr (89 / 127).

Die Veränderungen sind vor allem durch die Situation in der Corona-Pandemie, in der persönliche Kontakte vermieden wurden, erklärbar. Der Anstieg der Beratungsleistungen ist indes auch auf die Ausweitung der personellen Kapazitäten in der Beratungsstelle zurückzuführen.

Für die Seniorenberaterinnen Christine Müller und Heide Dickhaus war es in dem von der Pandemie geprägten Jahr 2020 wichtig, zu jeder Zeit Ansprechpartner für die älteren Bürgerinnen und Bürger zu sein. Beratung, Information und Hilfe sollten im Rahmen der gelten Hygienevorschriften und Schutzvorkehrungen so gut wie möglich angeboten werden. Insbesondere die aufsuchende Beratung hat sich aus Sicht der Seniorenberaterinnen in der aktuellen Situation als notwendig erwiesen und ist für die Klientinnen und Klienten sehr hilfreich gewesen.

Die fehlenden sozialen Kontakte und Begegnungen machten vielen Seniorinnen und Senioren zu schaffen. Alleinsein, Einsamkeit, Trauer und Hilflosigkeit wurden in den Gesprächen mit den Seniorenberaterinnen als bedrückend benannt. Auch in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen führten Kontaktbeschränkungen zu psychisch belastenden Situationen. Die Situation pflegender Angehöriger hat sich durch die Corona-Pandemie verschlechtert. Das Wegfallen von ambulanten Pflege- und Versorgungsmöglichkeiten und vieler sozialer Kontakte erforderte von Klienten und Angehörigen enorme Anstrengungen, die Pflegesituation aufrecht zu erhalten.

Die Flörsheimer Seniorenberaterinnen verzeichneten einen von den physischen und psychischen Folgen der Corona-Schutzmaßnahmen ausgelösten Bedarf an Beratungsgesprächen. Die Versorgung und Pflege im häuslichen Umfeld, Hilfemöglichkeiten, deren Finanzierung und Organisationen waren neben den psychosozialen Themen vorrangig.

Solange es die Situation in der Pandemie zugelassen hat, bot die Seniorenberatungsstelle im vergangenen Jahr auch Infoveranstaltungen an, etwa zum Thema „Vorsorge treffen“. Diese fand großen Zuspruch und wurde gleich zweimal veranstaltet, da die Teilnehmerzahl eng begrenzt werden musste. Eine dritte Auflage konnte aufgrund verschärfter Corona-Bestimmungen nicht mehr durchgeführt werden.

Für Erste Stadträtin Renate Mohr ist es wichtig, „dass die Menschen in ihrer Stadt Flörsheim am Main und in ihrem persönlichen Umfeld auf eine gute Art und Weise altern können. Hierfür die Voraussetzungen zu schaffen, lautet der schon vor Jahren deutlich erklärte politische Wille. Dementsprechend sind die städtischen Hilfs- und Unterstützungsangebote für Ältere finanziell und organisatorisch ausgestattet“, sagt Mohr.

Die Mitarbeiterinnen der Seniorenberatungsstelle Flörsheim bieten aktuell noch keine offenen Sprechstunden an. Die Telefonsprechstunden finden dienstags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und donnerstags von 15 Uhr bis 18 Uhr statt. Neben der telefonischen Beratung werden persönliche Gespräche in der Beratungsstelle und Hausbesuche angeboten. Dabei werden die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten.

„Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, uns zu kontaktieren“, appelliert Erste Stadträtin Mohr, die sicher ist, trotz der Corona-Pandemie einen Weg zu finden, um das tägliche Leben der älteren Mitbürger durch Hilfestellungen und Beratung zu erleichtern.

Magistrat der Stadt Flörsheim am Main