KRIFTEL – Mitten in der Planungsphase befindet sich zurzeit das von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Kriftel (Gewobau) geplante Wohnquartier in der Raiffeisenstraße für Menschen mit niedrigem bis mittleren Einkommen. Vorgesehen sind vier Wohngebäude in einer drei- bis viergeschossigen Bauweise mit insgesamt 44 Wohneinheiten (zwei bis fünf Zimmer). Sie sollen 2023 fertiggestellt sein. Das Besondere: Das Bauvorhaben soll nach Möglichkeit in Elementbauweise nach einer Holz-Vorfertigung errichtet werden. „Das ist ökologisch, nachhaltig und gesund“, so der Erste Beigeordnete Franz Jirasek, der zugleich Geschäftsführer der Gewobau ist. Vorbildhaft sollen auch der vollständig barrierefreie Zugang zu allen Wohnungen und das generationsübergreifende Vermietungskonzept des Wohnquartiers sein. „Leider sind jedoch die Holzpreise in den letzten Monaten massiv gestiegen“, bedauert Jirasek. Letztendlich muss sich das Projekt gerade im Hinblick auf den Sozialen Wohnungsbau rechnen lassen.

Die Gruppe vor dem Wohnhaus für Pflegepersonal in Esslingen – Foto: Gemeinde Kriftel

Um sich über die Holzbauweise an bestehenden Bauobjekten zu informieren, besuchte Franz Jirasek vergangene Woche gemeinsam mit Harald Treber, ebenfalls Geschäftsführer der Gewobau, dem Leiter des Bauamts, Martin Mohr, Bauamtsmitarbeiterin Janine Rose sowie den Planerinnen des Architekturbüros Klose+Sticher (AKS), Büroleiterin Corinna Sticher und Christina Klose, den Spezialhersteller von Holzbauelementen, „aktivhaus“ in Stuttgart: In Böblingen konnte die Gruppe eine kurz vor der Fertigstellung befindliche Unterkunft für anerkannte Flüchtlinge besichtigen, in Esslingen ein Apartmenthaus, das von Pflegepersonal eines Krankenhauses bewohnt wird.

„Die Gebäude haben einen guten Eindruck gemacht“, zeigte sich der Erste Beigeordnete Franz Jirasek beeindruckt. „Die Holzbauweise spart Zeit und damit auch Kosten, wenngleich der Holzbau rund 10 Prozent teurer ist als konventionell errichtete Gebäude. Bei wenig technischer Ausstattung werden – bei hoher Nutzerfreundlichkeit – die Investitions- und Wartungskosten reduziert.“ Entwickelt wurde das sogenannte Aktivhaus vom Stuttgarter Architekt und Bauingenieur Prof. Dr. Werner Sobek, dem Gründer von aktivhaus. Er wird auf der Webseite der Firma wie folgt zitiert: „Angesichts der zur Neige gehenden Ressourcen und der Folgen der Erderwärmung können und dürfen wir nicht mehr so bauen wie bisher. Unsere Häuser müssen wesentlich leichter werden als bislang. Sie müssen weniger Ressourcen verbrauchen, langfristig haltbar sein, aber natürlich auch vollständig recycelbar sein. Und sie dürfen keine CO2-Emissionen mehr erzeugen.“

Auch in Kriftel soll die Wärmeerzeugung ökologisch über Wärmepumpen erfolgen, und eine Regenwasserbewirtschaftung dabei helfen, Wasser vor Ort zu belassen und zu nutzen. Sie soll auf dem Grundstück durch Versickerung oder Zisternen realisiert werden.

Tina Schehler 
Gemeinde Kriftel