RÜSSELSHEIM – Die Stadt Rüsselsheim am Main entwickelt ihr Kinderbetreuungsangebot stetig und bedarfsgerecht fort. „Dies ist nicht nur ein Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit“, sagt Bürgermeister Dennis Grieser, der drei Vorlagen für die Stadtverordneten zum Thema vorstellte. Diese werden in der aktuellen Sitzungsrunde in den politischen Gremien beraten und beinhalten sowohl die aktuellen Versorgungsquoten für Kinder unter drei Jahre, für Drei- bis Sechsjährige sowie für Grundschulkinder als auch Planungen, wie Kinderbetreuung für die verschiedenen Altersgruppen ausgebaut werden kann.

Mit Stand zum 1. Februar 2021 stehen stadtweit 449 Betreuungsplätze in Tageseinrichtungen oder in der Kindertagespflege für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. „Wir haben allen angemeldeten Kindern zum Stichtag ein Angebot machen können“, zeigt sich Grieser zufrieden. „Um den stetig wachsenden Bedarf gerecht zu werden, bauen wir in diesem Bereich weiter aus“, erklärt Grieser. Noch im Betreuungsjahr 2021/2022 soll in der Kita Eisenstraße durch einen freien Träge 24 neue Plätze entstehen, 20 weitere Plätze können in der Kita August-Bebel-Straße im neuen Betreuungsjahr wieder belegt werden. In den folgenden zwei Betreuungsjahren werden außerdem weitere Betreuungsplätze durch schon beschlossene Maßnahmen hinzukommen: In den Kitas Georg-Jung-Straße und Hans-Sachs-Straße jeweils 24 Plätze, in der Kita Masurenweg 36 Plätze. Ebenfalls bereits beschlossen wurden drei Standorte für neue Kitas, je nach Bedarf könnten in der Varkausstraße, Amselstraße und Hessenring 70 bis zu 168 weitere Plätze entstehen. Wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden, würden sich die Betreuungskapazitäten für Kinder unter drei Jahre auf dann rund 700 Plätze in den kommenden Jahren erweitern lassen.

Bei der Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder im Kindergartenalter von drei bis zum Schuleintritt ist die Versorgung aufgrund der geburtenstärkeren Jahrgänge rückläufig und liegt aktuell bei 82 Prozent. 3.084 anspruchsberechtigten Kindern standen zum Stichtag stadtweit 2.536 Plätze gegenüber, obwohl bereits mehr als 550 neue Plätze seit 2012 entstanden sind. „Hier wollen wir uns mit Projekten weiter verbessern, die wir für die kommenden Jahre planen, um die volle Quote zu erreichen. Die Versorgungsquote wird steigen, der Ausbau läuft bereits und wird in den kommenden Jahren sogar noch intensiviert“, sagt Grieser.

120 neue Plätze entstünden durch den Neubau der Kita Berliner Straße und die Anmietung der Kita Eisenstraße. Hierdurch würde die Versorgungsquote auf 88 Prozent steigen. Darüber hinaus sind im gesamten Stadtgebiet bereits Maßnahmen beschlossen, die weitere 248 Betreuungsplätze in bestehenden Einrichtungen schaffen. Bis zum Betreuungsjahr 2023/2024 könnte mit diesen Maßnahmen die Betreuungskapazitäten auf rund 2.900 Plätze und einer 97-prozentigen Versorgungsquote für Kindergartenkinder gesteigert werden. Um die volle Versorgungsquote zu erreichen und einen wahrscheinlichen Anstieg des Bedarfs durch neue Wohnbaugebiete zu berücksichtigen, schlägt der Magistrat der Stadt Rüsselsheim den Stadtverordneten vor, die Standorte Paul-Hessemer-Straße und Hessenring für Kitaneubauten vorzusehen und die Kita Danziger Anlage weiter zu betreiben, die zunächst nur übergangsweise für fünf Jahre geplant war.

Bei der Betreuung von Grundschulkindern ist, beginnend mit dem Jahr 2026 und dann sukzessive bis 2029, mit einem gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz am Nachmittag zu rechnen. „Wir schlagen den Stadtverordneten daher vor, den Kreis der Berechtigten schon jetzt zu erweitern. Das bedeutet nicht, dass alle direkt einen Platz bekommen werden. Aber im Vorgriff auf den Rechtsanspruch für die Kinder der ersten Klasse beginnen wir bereits damit, dass wir die Gruppe der Berechtigten erweitern“, erklärt Schuldezernent Grieser. Neben Berufstätigen sollen nach Prioritäten gestaffelt auch nicht-berufstätige Eltern ihre Kinder anmelden können, außerdem werden nach wie vor soziale und pädagogische Gründe für eine Nachmittagsbetreuung berücksichtigt. Eine Prioritätenliste regelt die Vergabe der zur Verfügbar stehenden Plätze transparent.

Aktuell stehen im laufenden Schuljahr 1.184 Plätze in Betreuungsschulen und in Horteinrichtungen sowie bei Fördervereinen und bei ganztägig arbeitenden Grundschulen zur Verfügung. Somit können derzeit alle Grundschulkinder versorgt werden, die die bisherigen Voraussetzungen erfüllen und einen Platz wollen. In Anspruch genommen werden können die Plätze derzeit bei doppelter Berufstätigkeit der Eltern oder bei Berufstätigkeit eines alleinerziehenden Elternteils sowie aus pädagogischen und sozialen Gründen.

Die Nachmittagsbetreuung soll nun unter anderem dadurch ausgebaut werden, dass die Grundschule Hasengrund zum Schuljahr 2021/2022 in den Pakt für den Nachmittag aufgenommen wird. Es ist damit die zweite Schule in Rüsselsheim nach der Grundschule Königstädten. Der Schulentwicklungsplan sieht zudem vor, dass in den nächsten Jahren an verschiedenen Schulen die räumlichen Voraussetzungen für ein ganztägiges Angebot geschaffen werden. „In den nächsten Jahren werden wir dann einen großen Ausbauschritt an den Grundschulen erleben“, sagt Grieser abschließend.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales