RÜSSELSHEIM – Erst seit rund zwei Monaten ist er im Einsatz und doch hat er sich schon bewährt: der neue mobile Radarblitzer der Stadt Rüsselsheim am Main, im Fachjargon auch Enforcement Trailer genannt. Dies zeigt eine Auswertung des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit.

Seit dem 24. April steht die einem Pkw-Anhänger nachempfundene Geschwindigkeitsmessanlage am Rand von Rüsselsheim Straßen und ist seitdem fast im Dauereinsatz. An 74 aufeinanderfolgenden Einsatztagen hat das Gerät mehr als eine halbe Million Fahrzeugbewegungen überwacht und dabei fast 2.500 Geschwindigkeitsverstöße nachgewiesen. Durch die deutlich gestiegene höhere Kontrolleffektivität leistet das Gerät vom ersten Tag an einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf Rüsselsheims Straßen.

Zwar lasse sich mit dem neuen mobilen Blitzer die Raserei nicht vollends verhindern, aber zumindest ist sie damit deutlich besser zu ahnden. Dies trifft insbesondere auf die höchste festgestellte Geschwindigkeitsüberschreitung in diesem Jahr zu, die am 31. Mai im Rugbyring mit 132 Kilometern pro Stunde gemessen wurde. Auf den Fahrer kommt nun eine harte Strafe zu. Insgesamt erwarten ihn zwei Punkte im Flensburger Fahreignungsregister, ein dreimonatiges Fahrverbot sowie 680 Euro Geldbuße.

Bislang kam der neue Blitzer an der Bensheimer Straße, am Hessenring, an der Varkaustraße, am Rugbyring sowie an der Weisenauer Straße zum Einsatz. Dabei suchen sich die Rüsselsheimer Ordnungsbehörden die Straßen und die konkreten Messstellen gezielt aus. Sie müssen beim Aufstellen des Geräts bestimmte Kriterien beachten, die ihnen der Gesetzgeber vorgibt und gerichtlich überprüfbar sind. Dazu gehören beispielsweise geschwindigkeitsbedingte Unfallschwerpunkte, besonders schutzwürdige Örtlichkeiten oder Zonen (wie Fußgängerwege und Bushaltestellen, Kitas und Schulen, Krankenhäuser und Altenheime), aber auch der Lärmschutz gilt als Beurteilungsmerkmal, ob geblitzt werden darf. Dabei gilt: Für jede Örtlichkeit, an der der neue Enforcement Trailer eingesetzt werden soll, muss zuvor eine positive Stellungnahme der örtlichen Polizeistation und der Polizeiakademie Hessen eingeholt werden.

Da der neue Blitzanhänger für viele Tage autonom, also ohne zusätzliches Personal, den Verkehr überwachen kann, findet sich das Gerät oft für mehrere aufeinanderfolgende Tage an einer Messstelle. Der Hersteller verspricht bis zu 14 Tagen, die der Trailer ohne weiteres Zutun seine Arbeit verrichten kann. Die bisherige Auswertung zeigt dabei: Sieben Tage Standdauer sind die Regel in Rüsselsheim und neun Tage keine Seltenheit. Doch ein Dauereinsatz von 22 Tagen in der Bensheimer Straße zeigt, dass die autonome Blitzeinheit deutlich durchhaltefähiger ist, als gedacht. Auch sonst zeigt sich der Enforcement Trailer sehr widerstandsfähig. Bisherige Versuche, das Gerät in Schutz der Dunkelheit zu beschädigen oder durch Beklebungen zumindest zeitweise außer Betrieb zu setzen, sind gescheitert und führten zu keinem Ausfall. Kosten, die durch Vandalismus entstünden, wären zudem vom Wartungsvertrag mit dem Hersteller gedeckt.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales