Lebensfreude pur zeigt die Schwänin nach ihrer Genesung. Ihr Partner (im Vordergrund) nimmt’s gelassen – Foto: Bernd Zürn

FLÖRSHEIM – Nicht schlecht staunte Martina Lehr am Sonntag, dem 21. Juli, über das ungewöhnliche Hindernis: Mitten auf dem Steg der Eddersheimer Schleuse stand ein großer Schwan. Sowohl der von dem Tier ausgewählte Ort als auch sein Verhalten waren ungewöhnlich. Herumliegende Federn, die ganz offensichtlich von ihm stammten, ließen Martina Lehr zum dem Schluss kommen, dass der große Vogel offensichtlich verletzt war. Verletzte Schwäne sind – leider – in den letzten Jahren im Bereich des Eddersheimer Mainufers keine Seltenheit. Als Ursache konnten meistens frei laufende Hunde ermittelt werden.

Über facebook löste Frau Lehr eine Welle der Hilfsbereitschaft unter Tierschützern aus. Ergebnis: Der Schwan wurde zu einer kompetenten Tierärztin nach Oberursel gebracht. Sie stellte fest, dass es ein Weibchen war. Die Wunde am Hals war glücklicherweise nicht schwerwiegend. Antibiotika, Vitamin B 12 und ein verabreichtes Traumamittel stabilisierten die gefiederte Patientin recht schnell. Deshalb konnte sie anschließend in die ‚REHA‘ zu einer Wasservogelspezialistin nach Frankfurt gebracht werden. Dort wurde sie drei Tage lang betreut und dann wieder in Eddersheim in die Freiheit entlassen. Die genoss sie augenscheinlich sehr, zumal ein weiterer Schwan – offensichtlich ihr Partner – sofort Kontakt zu ihr aufnahm. Dieses Szene war für alle Beteiligten der schönste Dank für ihre Bemühungen.

Bernd Zürn