TREBUR – Der Auftritt von Arnulf Rating am Freitag, 20. August, wird die letzte Veranstaltung sein, die der Verein Treburer Theater Tage organisiert. „Wir sind mittlerweile alle um die 60 und damit in einem Alter, in dem man nicht unbedingt noch Bühnenteile und Zuschauerstühle schleppen muss“, erklärt die Vereinsvorsitzende Susanne Schwarz. Vor 35 Jahren haben die Treburer Theater Tage Premiere gehabt und Geschichte geschrieben. Auf dem Astheimer Festplatz wurde ein Kleinkunst-Festival in einem Zelt präsentiert. „Unser Anliegen war es, Kultur raus aus den Theatern und Musentempeln zu holen und für jeden erlebbar zu machen“, erinnert sich Schatzmeister Gerd Bellin.

Szene aus der Veranstaltungsreihe TTTprivat vom September 2012 (Auftritt der Gruppe Vocal Recall) – Foto: Foto: TTT/Gerd Bellin

Die Theater Tage wuchsen und zogen um auf den Platz an der Mittelpunktschule, wo den Besuchern in bis zu drei großen Zirkuszelten insgesamt neun Jahre ein reichhaltiges Programm präsentiert wurde. „Doch wir haben uns im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neu erfunden“, erklärt der 2. Vorsitzende Jürgen Stich, ebenfalls einer der Aktiven, die von Beginn an dabei waren. Die TTT wechselten 1996 unter dem Motto „Sommer, Sonne, Hof und mehr“ in den Hof der Jugendförderung in die Großen Grabengasse in Trebur und veranstalteten dort jeweils für ein Wochenende Kleinkunst für Kinder und Erwachsene.

2002 erfolgte der Wechsel von Draußen nach Drinnen und zwar in den Ratssaal des Treburer Rathauses. Die Reihe „Kabarett im Rathaus war geboren“ und damit der Idee eine Bühne gegeben, politisches Kabarett dort zu platzieren, wo sonst die Politiker das Sagen haben. Bis 2019 gab es in jedem Winterhalbjahr drei Kabarett-Auftritte im Rathaus. „Dabei gilt unser besonderer Dank dem Publikum, das uns über all die Jahre bei den unterschiedlichen Formaten begleitet hat und Vertrauen in unsere Auswahl hatte, denn häufig waren es Künstlerinnen und Künstler, die noch nicht zu den ganz großen Stars gehörten, die in Trebur auftraten“, sagt Susanne Schwarz.

Noch ein weiteres Mal erfanden die Treburer Theater Tage etwas Neues: Von 2007 bis 2019 organisierte der Verein im Sommer die Veranstaltung „TTTprivat“, die zum Ziel hat, Aufführungen in private Höfe und Gärten zu bringen. „Das hat besonders Freude bereitet, wenn Privatleute ihre Grundstücke für die Kultur und die Besucher geöffnet haben “, sagt Kerstin Roth, die Ideengeberin dieser Veranstaltungsreihe.

Als Corona auch die Theater Tage schachmatt setzte, bot der von der Gemeinde Trebur organisierte Kultursommer im vorigen Jahr die Gelegenheit, eine Veranstaltung anzubieten. „Als Verein allein hätten wir nie die Möglichkeiten gehabt, in dieser Zeit eine solche Vorführung zu organisieren“, erklärt Daniela Bonn-Lösch, die ebenso wie Astrid Plahuta, Walter Haberzettl und Maraike Stich von Beginn an bei den TTT dabei war und die zusammen mit Monika und Jürgen Deja, Bernd Lösch, Anne-Mie und Ronald Zimmermann, Michel Denk und Jürgen Gelis zu dem Kreis gehört, der zuletzt die TTT auf die Beine stellte.

Den Schlusspunkt setzt nun – erneut im Rahmen des Treburer Kultursommers – Arnulf Rating, der das verkörpert, was den Theater Tagen das wichtigste Anliegen ist: eine Bühne für politisches Kabarett zu bieten. Der scharfzüngige Altmeister, der bereits 1996, 1999 und 2011 zu Gast bei den TTT war,  tritt am Freitag, 20. August, um 20 Uhr vor dem Dorfgemeinschaftshaus auf der Hessenaue, Feldstraße 14, auf. Mit seinem Programm „Zirkus Berlin“ nimmt er das Publikum mit auf einen Parforceritt durch die Manege. Dabei geht er auch der zentralen Frage nach, die uns alle bewegt: Was kommt nach Corona?

Wer den Humor erleben will, der durch seinen Hintersinn immer wieder für überraschende Erkenntnisse sorgt: Karten für Ratings Gastspiel bei den Treburer Theater Tagen (TTT) gibt es ausschließlich online im Vorverkauf für 21 Euro über www.kultursommer-trebur.de .

Jürgen Gelis
Verein Treburer Theater Tage