KRIFTEL – Beim Besuch des Schäferhund-Vereins im Rahmen der Ferienspiele wartete vergangene Woche eine Überraschung auf die jungen Teilnehmer: Neben den Mitgliedern des Vereins und deren Schäferhunden waren nämlich auch Polizisten und Spezialhunde der Polizei Hessen vor Ort. „Sie trainieren regelmäßig auf unserer Anlage und unterstützen uns seit Jahren, wenn Kinder zu Besuch kommen. Das ist immer spannend und außerdem genießen die Beamten in ihrer Uniform natürlich einen ganz anderen Respekt bei den Kindern“, erklärte Agi Bommersheim vom Schäferhund-Verein schmunzelnd.

Tatsächlich hörten die Jungs und Mädchen aufmerksam zu, wenn die Gesetzeshüter Marco, Natascha, Annika und Ronnie etwas erklärten. Das lag aber nicht nur an der natürlichen Autorität, sondern viel mehr an der sympathischen Art, mit der  das Quartett interessante Fakten zur Arbeit bei der Hundestaffel vermittelte.

Eingangs der Veranstaltung bat Hundeführer Marco die Kinder zu einem kleinen Quiz. Die Frage, was Hunde denn im Vergleich zum Menschen besonders gut können, war für die Teilnehmer sonnenklar: Hunde haben zwar eine vergleichsweise schwache Sehkraft, verfügen dafür aber über einen phänomenal guten Geruchssinn. Wie präzise deren Geruchsrezeptoren aber wirklich arbeiten, überraschte selbst die cleveren Kids. Sie vermuteten, dass Hunde mindestens zehnmal, höchstens aber hundertmal so gut schnüffeln können wie der Mensch. „Tatsächlich können sie etwa eine Million Mal besser als wir riechen“, verriet Hunde-Profi Marco den staunenden Zuhörern.

Foto: Gemeinde Kriftel

 Batman erkannte „illegale“ Substanz sofort
Das macht die Vierbeiner zu unschätzbar wertvollen Mitarbeitern der Polizei. Selbst kleinste Menge Sprengstoff oder Rauschmittel können sie erschnuppern, ganz egal, wie gut Ganoven diese Substanzen versteckt haben. Den Beweis erbrachten Marco und sein treuer Kollege namens „Batman“ bei einer praktischen Demonstration. Mehrere kleine Metallboxen wurden ausgelegt und in einer dieser Kistchen wurde eine illegale Substanz versteckt. In Windeseile konnte der Detektiv mit der Supernase das Versteck ausmachen. Statt allerdings laut zu bellen, wie man es vielleicht aus Film und Fernsehen kennt, legte sich Batman seelenruhig vor der richtigen Box ab – das ist für Marco stets das unmissverständliche Zeichen, dass sein Partner fündig geworden ist. Zur Belohnung durfte Batman mit seinem liebsten Spielzeug, einer sogenannten Beißwurst, tollen. Die wichtige Arbeit bei der Polizei wird den Tieren auf spielerische Art und Weise vermittelt.

Dennoch sollte man sich vom goldigen Anblick der professionell ausgebildeten Vierbeiner nicht täuschen lassen. „Die Hunde leben bei uns Hundeführern zuhause und liegen da auch schon mal mit auf der Couch. Aber nicht alle sind Kuschelhunde“, betonte Marco. Fremde sollten sich den Tieren nicht ohne Erlaubnis nähern, selbst wenn sie nichts Böses im Schilde führen. Grund dafür ist die duale Ausbildung der Polizeihunde. Neben ihrem jeweiligen Spezialgebiet, beispielsweise dem Aufspüren von Rauschmitteln, haben alle Tiere auch eine Ausbildung als Schutzhund genossen. Im Klartext heißt das: Wittern Batman und seine Artgenossen eine Bedrohung, können sie richtig zuschnappen.

Schwere Schutzausrüstung
Um auch das zu demonstrieren, schlüpfte Ronnie bei schweißtreibenden Temperaturen in die schwere Schutzausrüstung und ließ sich gezielt schnappen. Streicheleinheiten durften aber trotzdem noch verteilt werden. Nachdem die Hundestaffel weiterzog, übernahmen Reiner Schöbel, Agi Bommersheim und Jockel Hildmann vom Schäferhund-Verein die Gruppe. Und deren Vierbeiner ließen sich sehr gerne von den Kindern knuddeln. rk

Ein Film von Batmans Arbeit findet man auf dem YouTube-Kanal „Polizei Hessen Karriere“.

Tina Schehler
Gemeinde Kriftel