FLÖRSHEIM -„Ich habe eine schlechte Nachricht für den ‚Storchenvater‘ Bernd Zürn“, erfuhr am Montag, dem 23. August , der Weilbacher telefonisch. Ein – ihm unbekannter – Anrufer machte den BUND-Aktiven auf zwei tote Störche aufmerksam. Sie sollten auf einem Stoppelacker westlich vom ‚Wiesbadener Kreuz‘ liegen.

Ungewöhnlich hohe Zahl von Totfunden in diesem Jahr
Ausgerüstet mit einem Fernglas und einer Landkarte radelte Bernd Zürn unverzüglich los. Dank der  ausführlichen Beschreibung des Fundortes durch den Informanten musste er nicht lange suchen: In der Gemarkung Massenheim, zwischen der historischen Elisabethenstraße, der A 66 und der A 3,  dem ‚Wiesbadener Kreuz‘ und dem Reiterhof ‚Oberfeldhof‘, lagen die beiden verendeten Tiere auf einem abgeernteten Getreideacker.  Drei tote Störche hatte Bernd Zürn in diesem Jahr schon vorher in dem von ihm betreuten Gebiet (westlicher MTK/östlicher Bereich Wiesbaden) gefunden. „Insgesamt fünf Totfunde. Das ist ungewöhnlich viel“, meint der 83-jährige Storchenbetreuer, um zu ergänzen: „Und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Außerdem rechne ich mit einer Dunkelziffer in mindestens gleicher Höhe“.

Die Fundstelle: Ein abgeerntetes Stoppelfeld neben dem Wiesbadener Kreuz Foto: Bernd Zürn

Leichtsinnige Störche
Nach einer kurzen Untersuchung der beiden Kadaver stand für Zürn die Todesursache fest: Die beiden stolzen Vögel waren durch eine landwirtschaftliche Maschine zu Tode gekommen. Wahrscheinlich beim Mähen oder Wenden von Heu oder Klee oder bei der Bearbeitung abgeernteter Getreidefelder. Bei beiden Tieren waren die recht stabilen Beinknochen  unterhalb des Rumpfes in ca. 35 Zentimetern Höhe durchtrennt. Die Bruchstellen waren ziemlich glatt. Störche, die an Stromleitungen oder durch den Straßenverkehr ums Leben kommen, haben andere Verletzungen.

Wer – gerade in den letzten Tagen – beobachtet hat, wie auf den Feldern Scharen von Störchen beängstigend nah um die den Boden bearbeitenden Traktoren herumwuseln, kann sich solche Unfälle sicher gut vorstellen. Dem Landwirt kann kein Vorwurf gemacht werden. Schuld haben wirklich die leichtsinnigen Adebare bei dieser gefährlichen Art von Nahrungssuche.

Bernd Zürn