Luftansicht mit den beiden markierten Standorten der Streuobstwiesen der Aktion „Gelbes Band“. Im Norden ist dies die Obstwiese in der Nähe des Parkplatz Waldschwimmbad, im Süden in Königstädten die Obstwiese Ewaldsrod an der Stockstraße in der Nähe des Tierheim Rüsselsheim – Luftansicht: „AEROWEST GmbH 2021

RÜSSELSHEIM – Auf vielen Streuobstwiesen verrottet in der Erntezeit Obst, weil es nicht abgeerntet wird. Die Stadt Rüsselsheim am Main hat sich daher der Aktion „Gelbes Band“ angeschlossen. Ab September dieses Jahres werden erstmals Obstbäume auf zwei städtischen Streuobstwiesen mit den gelben Bändern ausgestattet: am Parkplatz des Waldschwimmbads und im Ewaldsrod bei Rüsselsheim-Königstädten. Die so gekennzeichneten Bäume signalisieren, dass die Früchte kostenlos und ohne Rücksprache geerntet werden dürfen.

Entstanden ist die Idee im April 2021 beim europaweiten Tag der Streuobstwiesen. Die Aktion soll die Menschen für die Streuobstwiesen und die Wichtigkeit dieses Lebensraumes für den Artenschutz sensibilisieren. Diese Sensibilisierung fängt hier beim Verzehr des regionalen und saisonalen Produktes an. Die mit Obstbäumen bestandenen Flächen sind ein wichtiger Bestandteil artenreicher Kulturlandschaften und zählen in Deutschland zu den artenreichsten Biotopen. Vielen Tier- und Pflanzenarten bieten sie Lebensraum. Vor allem alte und höhlenreiche Obstbäume sind besonders wertvoll für den Naturschutz. In Hessen gehören Streuobstwiesen laut dem Hessischen Naturschutzgesetz zu den gesetzlich geschützten Biotopen. Doch oftmals verbleibt das Obst ungenutzt auf den Wiesen. Durch die Aktion „Gelbes Band“ soll verhindert werden, dass genießbare regionale und saisonale Lebensmittel auf den Streuobstwiesen verfaulen.

Auch private Obstbaumbesitzerinnen und –besitzer können ihre Bäume mit einem solchen Band kennzeichnen, wenn sie das Obst nicht ernten möchten. Beim Bereich Natur- und Umweltschutz der Stadt Rüsselsheim am Main können sich die Bürgerinnen und Bürger melden und sich gelbe Bänder abholen. Für Fragen steht Corinna Lutz telefonisch unter 06142 83-2183 oder per E-Mail an corinna.lutz@ruesselsheim.de gern zur Verfügung. Bei ihr können auch Pflückerinnen und Pflücker weitere Informationen erhalten, beispielsweise, dass nicht zu früh, erst Anfang / Mitte September geerntet werden sollte und dass die Bäume beim Pflücken nicht beschädigt oder Äste abgebrochen werden sollten. Ausdrücklich weist die Stadt Rüsselsheim darauf hin, dass nur dort geerntet werden darf, wo das gelbe Band angebracht ist. Denn ansonsten begeht man neben Hausfriedensbruch durch das unrechtmäßige Betreten eines fremden Grundstücks auch noch Diebstahl.

Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main
Fachbereich Zentrales