Hofgut Zuhörerschaft – Foto: privat

GINSHEIM-GUSTAVSBURG – Zum Tag des offenen Denkmals am 12. September hatte der Heimat- und Verkehrsverein Ginsheim-Gustavsburg e.V. und die Familie von Trotha bei strahlendem Wetter zu dem unter als Ensemble unter Denkmalschutz stehenden Hofgutes auf der Nonnenau eingeladen. Eine ansehnliche Schar von 54 interessierten Besuchern traf sich am Sonntagnachmittag an der Altrheinfähre zum Übersetzen auf die Insel. Inmitten des Altrheins hielt Fährmann Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha an und Hans-Benno Hauf nutzte die kurze Pause auf dem Wasser zu historischen Erläuterungen. Dabei spannte er den Bogen von ersturkundlichen Erwähnungen der Insel aus dem 13. Jahrhundert über Mainzer klösterlichen Besitz, dem Kurzaufenthalt von Johann Wolfgang von Goethe 1793 auf der Nonnenau bis hin zur letzten Blutsverwandten von Buchdruckerfinder Johannes Gutenberg, der Freifrau von Hügel, die nach dem Ersten Weltkrieg den Inselhof als Lehrgut für zwölf Mädchen in der Land- und Hauswirtschaft führte. Sommerfrische nach dem zweiten Weltkrieg, Camping und Gartencafé unter Bewirtschaftung  der Familie von Graevenitz rundeten die geschichtliche Exkursion ab, bei der auch das große Beatfestival 1970 nicht fehlen durfte. Nach einem kleinen Spaziergang zum Hofgut empfing der Hausherr Wolf-Dieter von Trotha. Sehr persönlich, überaus anschaulich nahm er den bisher gesponnenen geschichtlichen Faden auf und erzählte vom Erwerb des Anwesens im Jahre 1993, der Gründung der Fährgesellschaft, der Eingewöhnung in ein neues Lebensumfeld  und der Entwicklung zur neuen Heimat der Familie. Mit einer abschließenden Führung rund um das Hofgut endete auf ganz besondere Weise ein angenehm gelungener Besuch eines privaten, offenen „Denkmals“.

Hans-Benno Hauf
Heimat- und Verkehrsverein e.V.

Wolf-Dieter von Trotha beim Vortrag – Foto: privat