KRIFTEL – Elisabeth Romacker ist schon seit 35 Jahren im und für das Kulturforum Kriftel aktiv. Sie begann zunächst im Bereich Mitgliederbetreuung, damals noch beim „Bund für Volksbildung Kriftel“. Seit 1996 leitet sie den Bereich „Theaterfahrten“. Nun möchte die 83-Jährige, die seit über 30 Jahren auch Vorstandsmitglied ist, Ende des Jahres altersbedingt ihre Ämter niederlegen.

„Es fällt mir sehr schwer, aufzuhören“, erzählt Elisabeth Romacker. „Die Tätigkeit war anstrengend, aber es hat mir immer auch viel Spaß gemacht. Ich hoffe daher, dass sich ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin findet!“

Fünf Mark im Jahr

„Am Anfang habe ich die Jahresmitgliedsgebühr von 5 Mark bei den Mitgliedern eingesammelt“, sagt sie schmunzelnd. Als ihre Nachbarin Hannelore Kohlmann, die damals den Bereich Theaterfahrten beim Bund für Volksbildung führte, sie um Hilfe bei der Erstellung von Abrechnungen, Teilnehmer- und Mitfahrerlisten sowie Quittungen bat, sagte sie nicht nein. „Damals gab es noch wenige Computer. Hannelore machte alles per Hand und das war sehr aufwendig. Ich war als Sekretärin in der Bereichsleitung Kunststoffe bei der Hoechst AG dagegen beruflich mit einer Schreibmaschine und später einem Computer ausgestattet“, erinnert sie sich. Besonders gerne erstellte sie für alle Teilnehmer ein Programm, das den Inhalt der Oper oder des Theaterstückes und Fotos von der Aufführung enthielt. Später hat sie auch Plakate selbst erstellt.

„Lange konnten wir regelmäßig zwei Busse mit 50 bis 80 kulturinteressierten Krifteler Bürgerinnen und Bürgern füllen“, erzählt sie. Alle vier bis sechs Wochen wurde seitdem der Besuch einer Oper im Staatstheater Wiesbaden, gelegentlich auch eines Schaupiels, angeboten. Durch Gespräche mit ihrem Mann, der als Journalist auch Theaterkritiken verfasste, war sie immer auf dem neuesten Stand, welche Aufführungen gut besprochen wurden. Auch das Staatstheater Wiesbaden war bei der Auswahl eines abwechslungsreichen Programms behilflich. 1996 übernahm sie von Hannelore Kohlmann die Bereichsleitung. Gut eingearbeitet war sie ja bereits.

Mit der Zeit nahm Elisabeth Romacker den Besuch der Festspiele in Heppenheim und Veranstaltungen des Rheingau-Musik-Festivals hinzu. „Bei letzterem habe ich mit Vorliebe Gitarrenkonzerte ausgewählt“, sagt sie lachend. Denn einer ihrer Enkel ist Gitarrenlehrer. Auch ein bis zwei Ballettaufführungen nimmt sie jährlich ins Programm. „Auch wenn sich dazu nur eine kleine Gruppe Interessent/innen anmelden, ist es doch etwas ganz Besonderes“, schwärmt sie. „Alle sind wahre Fachleute und die Heimfahrt nach der Vorstellung ist für mich immer hochinteressant gewesen. Bei der Fachsimpelei im Bus habe ich viel gelernt.“

Elisabeth Romacker in typischer Pose vor dem Bus beim Abhaken aller Mitfahrenden – Foto: Gemeinde Krifel

Theaterbesuch ohne Parkplatzsuche

Wer Karten über das Kulturforum bucht, macht das vor allem, weil die Busfahrt von Kriftel zum Theater ohne Parkplatzsuche sehr bequem ist. „Viele Alleinstehende fahren mit“, so Romacker. „Aber auch Ehefrauen, deren Männer nicht so kulturinteressiert sind, oder Menschen, denen das Autofahren bei Dunkelheit Probleme bereitet.“ Die Gesellschaft ist es, die die Theaterfahrten zu etwas Besonderem machen.

Ursprünglich hat sie sogar Städtereisen für das Kulturforum und damit Krifteler Bürger/innen organisiert. „Wir waren in London, Wien, Dublin, Berlin und Dresden“, erinnert sie sich. „Das war sehr schön, aber aufwendig. Als ich krankheitsbedingt nicht jede Reise begleiten konnte, wurde dieses Angebot mangels Vertretung eingestellt“, bedauert sie.

Heute sind die Teilnehmer etwas weniger geworden. „Einen Bus bekomme ich aber immer noch voll“, so die engagierte Ehrenamtlerin. Zu den Kriftelern sind längst auch Gäste aus den umliegenden Kommunen hinzugekommen. Auch wenn die Corona-Pandemie zu einer einjährigen Pause zwang, hat sie mit Öffnung der Theater 2021 wieder Theaterfahrten ausgeschrieben. „Und der Andrang ist groß, die Lust auf Kultur wieder da!“ Im Programm stehen 2021 noch: das moderne Ballett „Horizonte“ am Donnerstag, den 25. November, um 19.30 Uhr und das Weihnachtsmärchen „Kleiner König Kalle Wirsch“ am Sonntag, den 12. Dezember, um 10.30 Uhr – beides im Staatstheater Wiesbaden.

Wer sich vorstellen könnte, die Bereichsleitung „Theaterfahrten“ zu übernehmen, kann sich melden bei Elisabeth Romacker unter 06196/951701, theater@kulturforum.de oder bei Marion Hein unter 0157/37618667, geschaeftsfuehrung@kulturforum-kriftel.de

Tina Schehler 
Gemeinde Kriftel