KRIFTEL – Was macht man am besten, wenn man in Dezember Geburtstag hat? Wenn es in der Heimat kalt, nass und ungemütlich ist? Zudem im Schmuddelwetter das Corona-Virus in der Omikron Variante wütet, was einer geselligen Feier alles andere als zuträglich ist? Nun, man könnte auf eine Insel flüchten. Gran Canaria wäre so eine Option. Und dort einfach mal abtauchen.

 Genau das hat der bereits am 16. Dezember 70 Jahre alt gewordene Hans-Joachim von Kiel an seinem Geburtstag getan. „Sich einfach mal verdrücken“, wie er es nennt. Wobei abtauchen ein gutes Stichwort ist. Ist doch Tauchen eine der Lieblingsbeschäftigungen des Jubilars in der Freizeit. „Einmal wieder problemlos tauchen gehen“, lautet dann auch einer seiner Wünsche für das neue Jahr. Er hoffe doch sehr, dass das kleine Monster SARS-CoV-2 bald baden gehe und ihm wieder mehr Freiheit lasse. Die persönlichen Begegnungen in der Gemeinde fehlten ihm doch sehr.

Militäradel aus dem 18. Jahrhundert

Hans-Joachim von Kiel ist im SPD-Ortsverein seit langem fest verankert. Seit 1995 gehört er ununterbrochen dem Vorstand an. Zunächst als Schriftführer, in den letzten Jahren als Kassierer. Seit 1997 vertritt er seine Partei in den Gremien. Der Beigeordnete im Gemeindevorstand Kriftel stammt eigentlich aus Mainz. Die Eltern waren beide Ärzte und ursprünglich aus dem Baltikum. Beide wurden in Riga geboren. Nach dem Hitler-Stalin-Pakt wurden sie umgesiedelt. Das „von“ im Nachnamen sei ein Militäradel aus dem achtzehnten Jahrhundert, ein Vorfahr habe sich entsprechende militärische Verdienste erworben.

Nach der Schule ging es zur Bundeswehr. Dort wurde er Radarelektroniker bei der FlaRak in Burbach im Siegerland. Während seines Dienstes absolvierte er 1981 das Abitur am Abendgymnasium Gießen. Danach arbeitete er als Diplomverwaltungswirt für die Stadt Frankfurt in der Ausländerbehörde im Ordnungsamt bis zu seiner Pensionierung 2017.

Nach der Eheschließung 1982 mit Frau Michelle wohnten die Eheleute kurzzeitig in Flörsheim. 1985 wurde die Tochter geboren. Nach einer Episode in Frankfurt-Sindlingen gelangten die Kiels schließlich im Januar 1993 nach Kriftel. Heute genieße er es sehr, in Kriftel zu leben, so der Jubilar.

 Gemeinschaft funktioniert

 Kiel ist ein überzeugter Anhänger Kriftels. Das kommt nicht von ungefähr. Hier funktioniere das Vereinswesen hervorragend. Dieses fördere die Gemeinschaft und ermögliche es den Bürgerinnen und Bürgern, vielen Interessen nachzugehen. In Kriftel stimme einfach die Kommunikation zwischen den Menschen. Das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger sei vorbildlich und erleichtere die Arbeit der Verwaltung ungemein. „Allerdings scheint mir, dass die Zahl derer, die sich über einen etwas längeren Zeitraum ehrenamtlich binden wollen, sinkt“, bedauert Kiel.

 Als Beigeordneter muss und will er sich möglichst breit aufstellen. Obwohl es durchaus den einen oder anderen Schwerpunkt gäbe. Das seien seit Beginn seiner ehrenamtlichen Arbeit vor knapp vierzig Jahren der Sport und die Vereine. „Ich bin sehr gerne im Vorstand des Vereinsrings und im Vorstand der TuS als Abteilungsleiter der Leichtathletik“, erklärt Kiel. Er habe auch noch gültige Lizenzen als Fachübungsleiter Sporttauchen und als Tauchlehrer aus dieser Zeit.

Bedingt durch die internationale Familie liege ihm die Arbeit im Städtepartnerschaftsverein sehr am Herzen. Als Mitglied des hiesigen Foto- und Filmclubs geht er suchenden Auges durch Kriftel und die Welt: Vor einigen Jahren hat er sein altes, etwas zurückgedrängtes Hobby „Fotografieren“ wieder aufgegriffen. Seine Bilder fanden schon in Ausstellungen regen Anklang. Und es gibt noch einiges, was er in die Tat umsetzen will. Aktuell beschäftigt Hans-Joachim von Kiel sich mit Brigitte Faller und Bodo Knopf mit der Planung der Ferienspiele.

Alexander van de Loo