KRIFTEL – Bund und Länder haben neun Sektoren definiert, die zur „kritischen Infrastruktur“ zählen: Energie, Transport und Verkehr, Wasser, Finanz- und Versicherungswesen, Ernährung, Medien und Kultur, Staat und Verwaltung, Gesundheit sowie Informationstechnik und Telekommunikation. Wenn hier sehr viele Beschäftigte gleichzeitig ausfallen, etwa durch die hochansteckende Coronavirusvariante Omikron, drohen Versorgungsengpässe oder eine Störung der öffentlichen Sicherheit. Das wäre schon der Fall, wenn sich viele der in diesen Bereichen Tätigen um erkrankte Kinder oder pflegegebedürftige Angehörige kümmern müssten. Bund um Länder haben daher dazu aufgerufen, rechtzeitig Pläne für den Krisenfall zu erstellen.

Per Erlass hat das Land Hessen unter anderem Empfehlungen für die Freiwilligen Feuerwehren ausgesprochen. „Noch bis zum 28. Februar sollen möglichst keine Ausbildungs- und Übungsveranstaltungen beziehungsweise sonstige Präsenzveranstaltungen stattfinden“, berichtet der Krifteler Gemeindebrandinspektor Patrick Kilian. „Dazu zählen auch Ausbildung und Übungen der Kinder- und Jugendwehr. In Abstimmung mit allen anderen Wehren im Kreis werden wir dieser Empfehlung einheitlich folgen.“

Alle 14 Tage finden Treffen und der Unterricht zurzeit online statt. Die Kinder und Jugendlichen bekommen Aufgaben gestellt, die sie zuhause erledigen sollen. „Schulungen sind abgesagt und im Feuerwehrgebäude als auch bei Einsätzen ist die FFP2-Maske Pflicht“, so Kilian weiter. Über 90 Prozent der Kameradinnen und Kameraden seien glücklicherweise mittlerweile durchgeimpft.

 

Nur wenige Coronafälle seit Pandemiebeginn

Große Wirkung gezeigt habe das gute Hygienekonzept der Krifteler Wehr, das seit Pandemiebeginn immer wieder angepasst worden sei, so der Erste Beigeordnete und Feuerwehrdezernent Franz Jirasek. In zwei Jahren habe es lediglich drei oder vier Coronainfektionen gegeben, die sich aber durch sofortige Isolierung der Erkrankten nicht im Team ausgebreitet hätten.

Bisher laufe alles wie gehabt, täglich melden die Mitglieder der Krifteler Einsatzabteilung neu und aktuell ihre Einsatzbereitschaft. Einmal in der Woche werde diese an den Kreis und an das Land weitergemeldet, so Kilian. „Sollten künftig doch mehrere Wehrleute gleichzeitig krank sein, helfen die Wehren der Nachbarkommunen aus, so wie es auch im Einsatzfall üblich ist“, betont er. Irgendwann werde man den Unterricht in kleinen Gruppen wieder anlaufen lassen können, hofft der Gemeindebrandinspektor: „Material oder ein Auto lassen sich zwar online erklären, aber letztlich muss die Handhabung geübt werden. Für den Erfolg im Einsatz ist die Praxis entscheidend.“

 

Wassermeister und IT getrennt

„Auch die Gemeindeverwaltung ist auf eine mögliche steigende Anzahl von infizierten Mitarbeitern soweit es möglich ist vorbereitet“, betont der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. „Viele unserer Mitarbeiter sind tageweise im Homeoffice und gerade die Kollegen der IT-Abteilung wechseln sich mit dem Homeoffice ab, damit sie sich nicht begegnen, aber immer ein Fachmann im Haus ist.“ Die beiden Wassermeister haben ihre Tätigkeiten so organisiert, dass sie nicht aufeinandertreffen. Sollten beide krank sein, ist ein dritter Mitarbeiter eingearbeitet, um die wichtigsten Aufgaben zu übernehmen. „Auch unsere Hilfspolizisten fahren nicht mehr mit einem Auto, sondern immer getrennt – zum Beispiel zu Ortsbesichtigungen und Baustellen“, so Jirasek weiter.

Tina Schehler
Gemeinde Kriftel