GINSHEIM – GUSTAVSBURG – Um auf eine mögliche Energieknappheit vor allem in den Wintermonaten vorbereitet zu sein, hat sich der Verwaltungsstab der Stadtverwaltung Ginsheim-Gustavsburg unter der Leitung von Bürgermeister Thorsten Siehr getroffen. Der Verwaltungsstab tritt immer dann zusammen, wenn außergewöhnliche Ereignisse zu bewältigen oder Vorsorgemaßnahmen zu treffen sind.

Bei dem kürzlich anberaumten Treffen ging es darum, dass sich die Stadt auf den Ernstfall vorbereitet, wenn in der kalten Jahreszeit die Energieversorgung nicht mehr ausreichend funktioniert. So kann es passieren, dass es nicht genügend Gas zum Heizen oder für die Warmwassererzeugung gibt. Da in den meisten städtischen Einrichtungen mit Gas geheizt wird, stellt sich für die Stadt das Problem ähnlich wie für viele betroffene private Haushalte. „Da gilt es jetzt schon zu schauen, wie wir in der akuten Situation damit umgehen, das heißt welche Maßnahmen wir ergreifen können, um die Verwaltung am Laufen zu halten und zu klären, inwieweit den Bürgerinnen und Bürgern im Ernstfall der Zugang zu Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Jugendhäuser, Musikschulen, Senioreneinrichtungen, Sporthallen oder Bürgerhäuser durch eine Notversorgung weiterhin ermöglicht werden kann“, sagte Bürgermeister Thorsten Siehr nach der Sitzung. Gegebenenfalls müsse man sich bei einer Notlage auf einige ausgewählte Einrichtungen konzentrieren.

Aber auch bei der Stromversorgung könnte es zu Engpässen kommen. Zum einen wird der Strom teilweise auch aus Gas produziert, zum anderen kann die verstärkte Nutzung von elektrischen Heizgeräten in den Haushalten zu vorübergehenden Ausfällen des Stromnetzes führen. Die Stadtverwaltung rät daher, wie schon die Energieversorger, von der Nutzung solcher Geräte dringend ab. Das Szenario eines längeren Stromausfalls hat der Verwaltungsstab gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr bereits in der Vergangenheit in praktischen Übungen bearbeitet.

„Inwieweit es tatsächlich zu einschneidenden Maßnahmen kommt, liegt nicht in unserer Hand“, so Siehr. Im Moment wisse niemand, wie sich die russischen Machthaber weiter verhalten werden. Wenn sich die Lage weiter zuspitzt, sei in jedem Fall klar, dass die Stadt Ginsheim-Gustavsburg ihre Maßnahmen nur im Verbund mit den Nachbarkommunen und in Abstimmung mit dem Kreis Groß-Gerau treffen werde. Außerdem habe die Stadt keinen unmittelbaren Einfluss auf die Wasser-, Strom- oder Gasnetze, die von überörtlichen Versorgern betrieben werden.

Dort wo die Stadt in den entsprechenden Verwaltungsgremien vertreten ist, versucht man aber auch hier auf Einsparungen hinzuwirken. Siehr verweist hier auf die kürzlich gemeinsam mit anderen Kommunen des Kreises beschlossene Reduzierung der Zeiten der Straßenbeleuchtung.

„Gleich nach der Sommerpause wird der Verwaltungsstab erneut zusammenkommen, um entsprechend der weiteren politischen Entwicklung mögliche konkrete Schritte zu beraten“, kündigte der Bürgermeister an. Schon jetzt appelliert er an die Bevölkerung, mit Gas und Strom besonders sparsam umzugehen. Ziel von Ländern und Kommunen sei derzeit, den Verbrauch von Gas um 15 Prozent zu reduzieren, damit die Gasspeicher sich weiter füllen. „Dazu sollten wir alle gemeinsam beitragen“, betonte Siehr.

Andreas Klopp
Stadt Ginsheim-Gustavsburg