HOCHHEIM – Die Ehrenamtlichen Karin Brettschneider-Mross, Lieselotte Becht und Klaus Schmikl übergeben nach drei Jahrzehnten Arbeit für das Hochheimer Heimatmuseum die Verantwortung komplett an Museumsleiterin Tanja Zobeley.

Im Jahr 1992 wurde der Heimat- und Kulturverein gegründet, aus dem die Museumskommission hervorging, die sich in den folgenden Jahren der Inventarisierung der Museumssammlung sowie der Einrichtung des Heimatmuseums widmete. Die größte Herausforderung stellte sich nach dem Verkauf des Hochheimer Hofes im Jahr 2006, in dem das Museum bis dahin situiert war. Die ursprüngliche Ausstellung wurde von der Museumskommission in einem aufwendigen Prozess umgearbeitet und neu strukturiert. Ein Glücksfall für die Stadt, denn die Bestände wurden neu geordnet und ermöglichten es, zwei neue Museen einzurichten, die thematisch stringent und verständlich mit vielen Objekten erzählen: das Hochheimer Weinbaumuseum, das im Jahr 2010 eröffnete sowie das Otto-Schwabe-Heimatmuseum, das von der Museums-AG eingerichtet und im Jahr 2011 eröffnet wurde.

Nach vielen Jahren der ehrenamtlichen Arbeit gab die Museums-AG dieses Jahr ihre zahlreichen Aufgaben an die Stadt zurück. Karin Brettschneider-Mross, Lieselotte Becht und Klaus Schmikl besuchten zusammen mit Museumsleiterin Tanja Zobeley am Mittwoch, dem 7. September, das Heimatmuseum, um sich sowohl die von ihnen selbst eingerichtete Dauerausstellung als auch die neu gestalteten Räume – Raum 2.0 sowie die Keltenausstellung – ein letztes Mal in dieser Funktion gemeinsam anzuschauen. Später stießen auch Bürgermeister Dirk Westedt und Amtsleiter Dirk André Krams hinzu, die sich persönlich von den Dreien verabschiedeten und ihre Arbeit würdigten. In regen Gesprächen erinnerte sich die Runde an die wechselvolle Geschichte des Museums, verschiedene Standorte, besondere Objekte und die Herausforderungen des Ausstellungsbaus. Herr Westedt bedankte sich für das herausragende Engagement von Karin Brettschneider-Mross, Lieselotte Becht und Klaus Schmikl und hob die Relevanz des Ehrenamtes für die Stadt hervor. Tanja Zobeley bedankte sich für die Qualität der Ausstellung, die mit kenntnisreichen Texten und abwechslungsreichen Objekten erarbeitet und eingerichtet wurde. Außerdem betonte sie, dass das Verdienst der Museums-AG weitreichender ist, denn im Heimatmuseum können heutige Verhältnisse historisch erklärt und besprochen werden und daraus Respekt und Toleranz entwickelt sowie gemeinsame Werte diskutiert werden: „Sie haben die Grundlagen dafür geschaffen, dass es einen Ort der Erinnerung in Hochheim gibt, mit dem wir auch in Zukunft arbeiten können.“

Glücklicherweise bleibt Winzermeister und Stadtgeschichte-Experte Klaus Schmikl dem Otto-Schwabe-Heimatmuseum sowie dem Weinbaumuseum für spezielle Aufgaben erhalten. Bereits am kommenden Sonntag, dem 18. September 2022, gibt er sein Wissen über die Kelten in Hochheim bei einer besonderen Führung weiter. Zunächst zeigt er die Sonderausstellung „Kelten in Hochheim“ im Otto-Schwabe-Heimatmuseum und bringt interessierte Gäste anschließend bei einem spannenden Spaziergang zum Fundort des Keltenspiegels in den Weinbergen.

Die Strecke vom Museum zum Fundort beträgt zirka 3 km, die zu Fuß zurückgelegt werden. Wer teilnehmen möchte, findet sich am 18. September 2022 um 14.30 Uhr im Otto-Schwabe-Heimatmuseum in der Kirchstr. 13 ein. Die Führung mit Spaziergang dauert zirka 2,5 Stunden. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Magistrat der Stadt Hochheim am Main