Start Gesellschaft Inklusion heißt, einfach mitmischen dürfen

Inklusion heißt, einfach mitmischen dürfen

Finthen – Matthias Rösch wollte es gleich ausprobieren. Der Landesbehindertenbeauftragte trat direkt nach dem offiziellen Teil, der Vorstellung und Scheckübergabe, und noch vor dem Büffet den Beweis an: Die neuen Tischtennisplatten der DJK SV Rot-Weiß Finthen sind absolut tauglich für Rollstuhlfahrer.
Das Angebot Inklusives Tischtennis hat der Verein über das Programm „barrierefrei, inklusiv und fair“ der Sparda-Bank Südwest ins Leben gerufen. 4000 Euro waren vorerst dazu nötig und es halfen mehrere Institutionen und Verbände. Vorangetrieben habe es vor allem Vorstandsmitglied Thorsten Richter, betonte der erste Vorsitzende, Gregor Wenselowski, bei der Projekt-Vorstellung. Richter bezeichnete er als einen „Segen für Finthen“. Nun hat auch das Thema Inklusion nach aller Theorie und gutem Willen einen handfesten Platz im Sportverein.

Wenselowski fasste zusammen: „Wir haben die Trainer, wir haben die Trainingszeiten und nun auch das Material dazu: Jetzt können wir auch für Rollstuhlfahrer Tischtennis anbieten.“ Der natürlichste und beste Weg, Inklusion umzusetzen, sei, Menschen mit Behinderung einfach in den Regelbetrieb einzubinden. Das sieht auch Matthias Rösch so: „Im Regelsport einfach mitmischen, genau das bedeutet Inklusion.“ Zudem ist die Trainingshalle in der Peter-Härtling-Schule seit einiger Zeit barrierefrei durch einen Aufzug zu erreichen. Dass Inklusion sind nicht auf die Einrichtung beschränkt, wissen Wenselowski und Richter sowieso. Es wird auch neue Trainer geben.
Der Vorsitzende des DJK-Diözesanverbandes Wolfgang Gondolf, sagte: „Wir haben 2014 beim Bundessportfest den Schwerpunkt auf das Thema Inklusion gelegt. Nun ist es an der Zeit, dass die Vereine das umsetzen. Und das ist genau das, was die DJK Finthen gerade initiiert hat. Wir sind stolz, einen solchen Verein in unseren Reihen zu haben.“
Nach der Überreichung des großen Schecks ging es an die Tischtennisplatten, niedriger und unterfahrbar. Matthias Rösch war nach seinem persönlichen Test überzeugt. Für die, die weniger draufgängerisch sind als Rösch, der gleich einen Kaltstart an der Platte mit Nicht-Behinderten schaffte, wird es eine Art „Schonzeit“ geben, wo man in einer Gruppe zusammen mit anderen Menschen mit Behinderung trainieren kann. Es gibt hier noch eine freie Hallenzeit, die man nutzen kann. Thorsten Richter sagte: „Wir werden jetzt schauen, wie das Angebot angenommen wird und dann eine solche Gruppe einrichten.“ Wer mitmachen will, informiert sich unter www.djk-rw-finthen.de.
Durch die Unterstützung von Sparda-Bank Südwest, der Landesregierung, des Fördervereins Gleichstellung und Selbstbestimmung, der LAG „einfach gemeinsam“, der Lotto-Stiftung, dem DJK-Diözesanverband, des Sportbundes Rheinhessen und Butterfly Deutschland ist insgesamt ein mittlerer fünfstelliger Betrag zusammengekommen, den der Verein für das Thema Inklusion einsetzen wird.