Jetzt im Besitz eines deutschen Passes

MAINZ – Da war ganz schön was los im Ratssaal des Rathauses. Wo normalerweise die Stadtpolitiker heiß diskutieren und wichtige Beschlüsse fassen, tummelten sich an diesem Nachmittag Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche. Es wurde viel gelacht und Selfies geschossen. Doch es war keine Touristengruppe, die den Ratssaal besuchte. Es waren Menschen aus Mainz mit Migrationshintergrund, die eingebürgert wurden.

Es oblag Oberbürgermeister Michael Ebling, die Einbürgerungsurkunden zu überreichen. Er betonte, dass der deutsche Staat, wie viele andere auch, seinen Staatsangehörigen umfangreiche Rechte gewähre, welche Angehörigen anderer Staaten allerdings verschlossen bleiben, beispielsweise die Teilnahme an der Bundestagswahl. Erst mit dem Erwerb des deutschen Passes erhalten auch diese Personen die gleichen Rechte und Pflichten.

In Mainz geschieht die Einbürgerung mehrmals im Jahr im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Ratssaal. Diesmal waren es 85 Mainzer aus 34 Nationen, die im Ratssaal ganz gespannt auf die Aushändigung der Dokumente warteten, die sie zu deutschen Staatsbürgern erklärten. Darunter waren 74 Erwachsene sowie elf Kinder und Jugendliche. Viele hatten ihre Partner mitgebracht. Dem entsprechend herrschte eine locker-gelöste Stimmung.

Zehn Bürger kamen aus der Türker, die damit die stärkste Gruppierung stellte, gefolgt von Rumänien und Syrien mit jeweils sechs Bürgern sowie Kroatien und Marokko mit jeweils fünf Bürgern. War es eine Folge des Brexits: Auch drei Briten sind jetzt deutsche Staatsbürger. Zudem gab es Bürger aus Frankreich, Armenien, Angola und Thailand, die nun einen deutschen Pass haben.

In Mainz leben derzeit rund 33.800 ausländische Mitbürger mit Hauptwohnsitz, was einem Bevölkerungsanteil von 16,3 Prozent entspricht. Die stärksten nationalen Gruppierungen in Mainz machen die Türkei (17,4 Prozent), Staaten des ehemaligen Jugoslawien (Serbien, Montenegro, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Mazedonien, Kosovo) mit insgesamt 11,8 Prozent Prozent sowie Italien (11,6 Prozent).

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei Journal LOKAL - die lokale Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben "Mainz", „Mainz-Mitte“ und „Mainz-Mombach“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“