Nackenheimer Rathaus als stimmungsvolle Kulisse für Zuckmayers „Fröhlichen Weinberg“

Nackenheim – Der idyllische Rathausplatz mit dem schmucken Gebäude war wie im letzten Jahr eine wunderbare Kulisse für den „Fröhlichen Weinberg“, dem bekannten Lustspiel von Carl Zuckmayer. Er hat die Geschichte in den zwanziger Jahren geschrieben und in einem rheinhessischen Dorf angesiedelt. Ohne Zweifel könnte dies Nackenheim, der Geburtsort des großen Dichters sein.

Jedes Jahr führt das Theaterensemble der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft das Stück auf und immer wieder ist es sehenswert. Das Besondere dieses Mal war, dass viele neue Gesichter auf der Bühne zu sehen waren. „Der Text ist gleich, aber die Menschen sind neu und so gibt es auch neue Ideen“, meinte Ingrid Freudenthal vom Vorstand der Zuckmayer-Gesellschaft.

Knapp die Hälfte der 28 Schauspielerinnen und Schauspieler waren zum ersten Mal im „Fröhlichen Weinberg“ zu sehen, auch für die beiden Regisseure Kurt Feyerabend und Claudia Ritter war es das erste gemeinsame Projekt.

Die beiden waren begeistert von der Zusammenarbeit mit der Truppe. „Es macht richtig Spaß“, sagte Feyerabend. Einstimmig lobten sie den Einsatz der Schauspieler. Denn ab November wurde zweimal in der Woche geprobt, dazu gab es noch ein Intensivwochenende und Einzelarbeit. Den Schwerpunkt legen die Regisseure auf die Körpersprache. Zuckmayer sei liberal gewesen, was die Texte angeht, meinte Feyerabend. Wichtig ist es ihm, dass die Akteure natürlich wirken.

Dies ist absolut gelungen! Die Rolle schien jedem Einzelnen auf den Leib geschneidert zu sein. Kein Wunder, dass das Publikum mit mitleidigen „Ohs“ und „Ahs“ den Liebesschmerz von Schiffer Jochen Most (Stefan Dörr) oder Klärchen Gunderloch (Christine Hassemer zum ersten Mal in der Rolle zu sehen) begleitete. Denn Klärchen und Jochen lieben sich zwar, aber der verwitwete Weingutsbesitzer Gunderloch hat den eingebildeten Studenten Knuzius (Julian Gurske zum ersten Mal im Stück dabei) als zukünftigen Ehemann für seine Tochter ausgewählt.

Es machte Spaß, dabei zu sein bei dem Stück, in dem es manchmal recht derb zugeht, aber dennoch ganz viel von der rheinhessischen Herzlichkeit und Lebensart spürbar ist.

Ingrid Freudenthal hofft, dass im nächsten Jahr die neue Spielstätte fertig ist, denn das „Touren“ sei mit viel Aufwand verbunden. Aber natürlich haben die beiden Nackenheimer Alfred und Margit Feist auch Recht, wenn sich darüber freuen, dass öffentliche Plätze mit Veranstaltungen wie dieser belebt werden.