BODENHEIM – Viele Erinnerungen und Gedanken wurden ausgetauscht, als Ortsbürgermeister Alfons Achatz seine ehemaligen Kollegen aus der Verwaltung, sowie die damaligen Ratsmitglieder anlässlich seiner „40-Jahr-Feier“ eingeladen hatte.
Eigentlich wollte er Elektriker werden. Aber seine Ausbildungsstelle verlangte von ihm, dass er von Bodenheim weg sollte. Das wollte wiederum Achatz nicht und mit Unterstützung seiner Mutter bekam er bei der Gemeindeverwaltung in Bodenheim eine Ausbildungsstelle.
„Für 70 Markr plus Fahrtkosten zur Berufsschule wurde ich 1967 bei der Gemeindeverwaltung in Bodenheim eingestellt“, wusste Achatz noch. Bürgermeister war Heinz Schaub, Büroleiter Karl Roth. In diesem Jahr wurde gerade der Zubringer zum Rhein gebaut.
Achatz hatte an diesem Abend viele alte Unterlagen dabei, in denen die ehemaligen Mitarbeiter und Ratsmitglieder amüsiert schmökerten. Jeder wusste eine Anekdote von damals zu berichten.
„Ich erinnere mich noch, wie Lehrling Alfons Achatz gleich am ersten Tag verzweifelt im Haushaltsplan blätterte“, fiel Elisabeth Gardt ein. „Aber ich konnte ihn beruhigen: Das ist nicht so wichtig“. Da fiel ihm doch ein Stein vom Herzen. Übrigens: Damals betrug der Haushalt 3,8 Millionen Mark, heute sind es 12,5 Millionen Euro.
„Emil Bölli war damals für die Finanzen zuständig. Vor ihm mussten wir immer auf den Knien darum bitten uns das Geld auszubezahlen“, schmunzelten einige.
Nach Beendigung seiner Lehre wurde Alfons Achatz Verwaltungsangestellter, mit 21 Jahren stellvertretender Abteilungsleiter der Bauverwaltung. Als seine Kandidatur zur Bürgermeisterwahl 1984 anstand, wechselte er in den Landesdienst, da Amt und Mandat getrennt sein müssen. Auch seine politische Karriere begann früh. Mit 18 war er Vorsitzender der Jungen Union, mit 23 Vorsitzender der CDU-Ortspartei, seit 1984 ist er Bürgermeister von Bodenheim.
„Die Gemeinderatssitzungen waren seinerzeit lustig, aber auch sehr kontrovers“, meinte Achatz. „Am schönsten waren immer die Nachsitzungen“, erinnerte sich das damalige Ratsmitglied Rudi Hock. Ob das heute auch noch so ist? ggr