NIERSTEIN – Zum zweiten Mal veranstaltete das paläontologische Museum gemeinsam mit der Gemeinde ein Museumsfest. Schon am frühen Nachmittag fanden sich am Marktplatz zahlreiche Gäste ein, die sich zwischen dem Museum und dem riesigen Horn-Dinosaurier Triceratops bei einem Glas Wein oder einer Tasse Kaffee niederließen.
Die Landesgartenschau Kaiserslautern hatte das originalgroße Urtiermodell als Leihgabe für das Fest zur Verfügung gestellt. Neben dem Museum gruben Kinder, ausgestattet mit Eimern und Plastiktüten, in einem aufgeschütteten Sandhaufen nach Fossilien und Halbedelsteinen. Stolz präsentierte der sechs Jahre alte Nick zwei Sandhaizähne. „Diese Haizähne kann man in unserer Gegend finden, weil hier einmal ein Meer war“, erläuterte ein Vereinsmitglied der Freunde des Paläontologischen Museums. Daneben stand ein Glas mit ganz vielen dieser Zähne. Die Anzahl sollte man schätzen und konnte als Preise Fossilienfunde gewinnen.
Der Elfjährige Matthias war wegen des Museumsfestes extra aus Düsseldorf angereist. In einer Dose brachte er seine Fundstücke mit, die er dort am Rhein gesammelt hatte. Nach dem Sinn eines Museumsfests befragt, meinte der Leiter des Museums, Harald Stapf: „Die Leute sollen das Museum kennen lernen.“ Und dass das nicht nur ein Wunsch war, zeigten die vielen Menschen, die sich vor den Vitrinen des Museums drängten, das im oberen Stockwerk des alten Rathauses untergebracht ist. Sehr viele Exponate stammen aus der hiesigen Gegend, aber es gibt auch weiter angereiste Objekte zu betrachten. Neben den vielen Millionen Jahre alten Funden konnte auch ein lebendes Fossil, ein Leguan, bewundert werden, den Familie Dimpfel mitgebracht hatte. Zum ersten Mal ausgestellt wurde ein 180 Millionen Jahre alter Schmelzschuppenfisch, der in einem Steinbruch bei Balingen entdeckt wurde.
Ein buntes Programm mit Tanzvorführungen, Musikdarbietungen und leckerem Essen und Trinken rundete das unterhaltsame und zugleich lehrreiche Fest ab. Sehr zufrieden ist Harald Stapf, der zusammen mit seinem Vater Arnulf für die Sammlungen verantwortlich ist, mit dem aktiven Leben des Vereins: „Wir haben keine Nachwuchsprobleme.“ So war einer der Helfer, der junge Christian Keller, auszubildender Elektroniker für Betriebstechnik, der gemeinsam mit seinen Eltern seit fünf Jahren Fossilien sucht und sammelt. So war er schon am Ostseestrand, im Altmühltal und natürlich hier im Mainzer Becken fündig geworden. md

Bildunterschrift:
Junge Paläontologen bei der Arbeit vor dem Niersteiner Museum.