… sagte mein Mann beim Abendessen: „Schatzi, ich werde dieses Jahr mal was machen, was ich eigentlich nie mache. Ich werde dieses Jahr meinen Geburtstag feiern!“ (Cool!)
Er sprach weiter: „Ich habe auch schon ein paar Leute eingeladen – nicht viele, kleiner Kreis.“ (Cool!!) „Und das Beste“, verkündete er stolz, „Du musst gar nix machen!!“ (Cooool!!!!)
„Wie das?“, fragte ich und erfuhr, dass er 3 Arbeitskollegen eingeladen hat und die Freundin des einen. Der ist Koch und ein Meister im Grillen und das tut er dann auf der Feier bei uns. Ich war beeindruckt. „Nur eins“, sprach da der Gatte, „hätte ich gerne von Dir!“ (Aha – wird schon wärmer!) „Kannst du diesen tollen italienischen Nudelsalat machen? Mit den gerösteten Pinienkernen und dem Rucola?“ Ja, klar, kann ich. „Und dann den Nachtisch mit den Himbeeren und den Pfirsichen. Hmmmm – der ist doch immer so lecker!“ Ja, kann ich auch. „Und dann noch was Schatzi: Du hast doch vor langer Zeit mal so einen tollen Nachtisch gemacht mit Mascarpone und Biskuit – das wurde gebacken irgendwie. Weißt du noch? Ich hab schon mal in Deinen Kochbüchern geguckt, ihn aber nicht gefunden!“ (Die Kochbücher machen in der 4,80-Meter-Bücherwand ein Regal von 80 cm Breite aus. Da ist es natürlich nicht so einfach, das zu finden, in dem ein Nachtischrezept stehen könnte. Es ist ja auch nicht gerade das Naheliegendste, zu vermuten, dass es im „Buch der Desserts“ zu finden sein könnte).
Unter uns: Es hatte einen Grund, warum wir den vor langer Zeit hatten. Er schmeckt wirklich lecker aber die Zubereitung ist nix für alle Tage. Jedenfalls nicht für mich!
„Ach ja“, hörte ich da meinen Mann, „und diesen leckeren Putenbraten mit der Parmesankruste und dem Paprika/Artischocken-Gemüse dazu – den möchte ich auch noch!“
Wie war nochmal gleich der 4. Satz oben? Du musst gar nix machen?
Jetzt ist mir klar, warum Männer oft denken, Haushalt sei ja nur „das bisschen Haushalt“ und Kochen sei nur etwas in einen Topf geben und auf den Herd stellen.
Nur zur Erklärung: Nudel kochen, Pinienkerne rösten, Bistro-Salami schnippeln, Parmesan reiben, Rucola schneiden und das Dressing aus Pesto, Honig, Senf….
Für den „tollen Nachtisch“: Löffelbiskuits mahlen, Butter schmelzen, Springform befüllen, backen, kühlen, Creme herstellen, 4 Stunden in das Gefriergerät, dann verzieren…
Für den Putenbraten: Knoblauch, Zwiebel, Weißbrot, Parmesan reiben und mixen ….
Jede/r der kocht, kann sich vorstellen, wie die Küche aussieht und wieviel zu spülen ist. Aber natürlich hat mir das „nix machen müssen“ Spaß gemacht. Ich hab sogar noch kleine Frikadellchen gemacht und die Gäste waren noch 2 Tage später voll des Lobes über den ihnen bisher unbekannten „Supersalat“ und den „Hammer-Nachtisch“.
Morgen beim Abendessen werde ich zu meinem Gatten sagen: „Schatzi, ich möchte gerne am Haus etwas verändern. Aber du musst gar nix machen!! Nur die Fenster streichen und das Garagentor.
Ihre Angelika