MAINZ – Am 26. Juni 2016 wurde um 15:00 Uhr die Bilderausstellung „Tierfotografie“ in einem feierlichen Akt eröffnet. Neben Cristoph Brandt, einem Frater des Dominikanerordens und mir, Joshi Nichell (Abiturient & Naturfotograf aus Mainz-Laubenheim), hielt auch Christian Henkes, Vorsitzender des NABU Mainz, eine Rede.
Christoph Brandt legte den Besuchern nahe, dass es im christlichen Glauben tief verankert sei, die Schöpfung zu bewahren, was unter anderem den Dominikanerorden dazu bewegt hatte, mir die Möglichkeit zu bieten, großformatige Leinenwände in seinem Kloster auszustellen.
Denn meine Motivation ist es, die Menschen für diese wunderbaren Geschöpfe in der Natur zu begeistern, sie zum Staunen zu bringen und dann zum Wertschätzen.
Dass einzigartige Natur sowohl unmittelbar vor der Haustür als auch zum Beispiel in den Alpen zu finden ist, versteht man relativ schnell, wenn man die Bilder betrachtet. Beginnend beim Eichhörnchen und Feldhasen im Laubenheimer Ried geht es über den Eisvogel in der Eifel zum Steinbock nach Norditalien.
So habe ich zum Beispiel einen für mich sehr magischen Moment nur fünf Minuten mit dem Fahrrad von zu Hause enfernt erlebt, als morgens gegen 6.30 Uhr plötzlich ein Fuchs auf mein Tarnversteck zulief und ich ein Foto aus etwa anderthalb Metern Entfernung schießen konnte.
Solche Begegnungen erinnern mich daran, wie wertvoll es sein kann, die Augen zu öffnen und die direkte Umgebung genauer wahrzunehmen. Denn dann werden wir Tierarten entdecken, von denen wir es uns kaum vorstellen konnten, dass sie hier vorkommen würden.
Aufschluss darüber gab auch Christian Henkes vom NABU Mainz. Er sprach davon, dass Naturschutz unmittelbar vor der Haustüre beginnen müsse.
Schaut man sich Mainz genauer an, wird man einige Orte finden, an denen u.a. mitten in der Stadt Naturschutz betrieben wird. Meist werden diese „Naturschätze“ vom NABU (Naturschutz Bund) intensiv betreut. Ein langjähriges Projekt in Mainz, was sogar bundesweite Anerkennung gefunden hat, ist die Grüne Brücke in der Rheinallee. Dort werden heimische Pfllanzen gepflegt und unzählige Bienen finden in Bienenkästen ihr Quartier. Mithilfe von Niskästen brüten alljährlich auch einige Vögel auf der Grünen Brücke.
Mein persönlicher Tipp: Wer die Grüne Brücke noch nicht kennt, sollte ihr unbedingt mal einen Besuch abstatten.
Vor unserer eigenen Haustür, in heimisch gestalteten Gärten, fühlen sich ebenfalls einige Tierarten sehr wohl, wie z.B. der Igel, der Gartenschläfer (verwandt mit dem Siebenschläfer) oder der Haussperling, auch bekannt als Spatz. Der Haussperling ist im Übrigen bedroht und die Populationszahlen sinken deutschlandweit.
Man muss jedoch gar nicht viel beachten, wenn man in seinem Garten wilde Tiere beobachten und ihnen einen Raum zum Leben bieten möchte. So sollte man z.B. für den Igel das Laub im Herbst liegenlassen und für Vögel kann man diverse Niskästen aufhängen. Auch Fledermäuse kann man im eigenen Garten antreffen. Sie verlassen abends ihre Schlafquartiere, welche sich in Hausritzen oder speziellen Fledermauskästen befinden und gehen auf Insektenjagd. Die Bedingung ist, dass in Ihrem Garten heimische Pflanzen blühen dürfen, denn dann werden auch die entsprechenden Insekten ihre Pflanze zum Bestäuben finden und die Fledermäuse ihre Nahrung.
Laufen Sie auch in der Stadt mit offenen Augen durch die Gegend. Mit etwas Glück können Sie z.B. einen Wanderfalken auf Taubenjagd an der Domfassade beobachten. Dort brütet im Frühling ein Wanderfalkenpaar in einem Falkenkasten.
Christian Henkes erwähnte in seiner Rede auch die Saatkrähen, die sowohl in der Neustadt als auch in Bretzenheim, an der Unversitätsmedizin oder auch auf dem Lerchenberg ihren Brutplatz finden. Sie gelten als sehr intelligente Tiere und da in der Kulturlandschaft ausreichend Brutbäume fehlen, fliegen sie zum Brüten in die Stadt.
Wichtig sei, dass ein Miteinander zwischen Mensch und Tier funktioniere. Wir Menschen sollten diese Tiere bewundern, uns an ihnen erfeuen und ihnen Raum in unserer stark anthrophogen geprägten Landschaft gewähren. Vergessen Sie bitte nicht, dass diese Tiere ein wichtiger Teil unseres Planeten sind!
Zurück zur Ausstellung…
Wenn Sie durch die zwei Flure des Klosters schweifen, in denen meine Bilder Platz gefunden haben, werden Sie neben den Leinenwänden auch einige Informationen finden. So werden Sie z.B. lesen können, wie es zu einem Steinbockportrait beim Frühstück in den Alpen kommen kann oder was ich tue, um meine Bildvisionen umzusetzen. Wie lange ich auf ein Bild hinarbeite und wie ich mich vor den Tieren nahezu unsichtbar mache.

Joshi Nichell

Sie haben Interesse, die Bilderausstellung einmal selbst zu besuchen?
Öffnungszeiten der Ausstellung:
Sonntag, 7.8.2016 von 19:00 – 22:00 Uhr
Samstag, 20.8.2016 von 15:00 – 18:00 Uhr
Dienstag, 20.9.2016 von 19:00 – 20:30 Uhr mit extra Führung vom Fotografen
Mittwoch, 21.9.2016 von 19:00 – 20:30 Uhr mit extra Führung vom Fotografen
Samstag, 15.10.2016 von 15:00 – 18:00 Uhr
Ort? Dominkanerkloster, Gartenfeldstraße 2 , 55118 Mainz
Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich von dieser wunderbaren Tierwelt faszinieren, die Sie permanent umgibt. Der Eintritt ist frei.
Weitere und stets aktuelle Infos finden Sie unter www.facebook.com/Nichell.photography
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