Von Henning Berg

HECHTSHEIM – Die evangelische Kirchengemeinde Hechtsheim zeigt sich glücklich, mit Christina Weyerhäuser eine neuordinierte Pfarrerin im Ehrenamt als Zuwachs verzeichnen zu dürfen. Neben Sabine Feucht-Münch und Elke Stein ist Christina Weyerhäuser nun die dritte Pfarrerin im Bunde – nur Pfarrerin im Ehrenamt allerdings. Das heißt: Die Kirche hat die Neunundzwanzigjährige für die nächsten drei Jahre freigestellt. Nur alle acht Wochen wird sie einen Gottesdienst abhalten. Sie wird in dieser Zeit vor allem an ihrer Dissertation schreiben, in der es um Bestattungsriten geht. Titel: „Die Bedeutung der Bestattungspraxis in der spätmodernen Lebenswelt des Dorfes“.
„Es hat sich im Hinblick auf die Bestattungsriten vieles verändert. Heute kann man sich zu Diamanten veredeln oder seine Asche hinauf ins Weltall schießen lassen oder man lässt sich einfach anonym bestatten. In meiner Arbeit gehe ich der sozialen Dimension der Bestattungspraxis im dörflichen Kontext auf die Spur!“, so Weyerhäuser. Vorgesehen ist in ihrem Fall die Verzahnung von wissenschaftlichem Arbeiten und pastoraler Tätigkeit. „Ich bin eine voll ausgebildete und ordinierte Pfarrerin, allerdings ohne reguläres Amt in einer Gemeinde“, erklärt sie. Ihre ehrenamtliche Arbeit wird mit einem Predigtauftrag verbunden sein. Um diesen Predigtauftrag zu erfüllen, muss eine Ordination erfolgen, also eine Berufung zur öffentlichen Wortverkünderin und zur Verwaltung der Sakramente.
Am Ostermontag konnte die in Saulheim wohnhafte Pfarrerin ihren ersten Gottesdienst in der Hechtsheimer Gemeinde abhalten, zusammen mit der Prädikantin und dem Kirchenvorstand der Gemeinde Brigitte Zander. „Ein großer Moment für mich. Der Gottesdienst hat mir viel Freude bereitet“, stellt Christina Weyerhäuser fest. Auf dem Plan stehen weitere Gottesdienste ab Sommer 2018, aber jetzt wird Weyerhäuser erstmal in Mutterschutz gehen, denn ein Baby ist auf dem Weg. Die zweifache Mutter blickt freudig in die Zukunft: „Es warten viele, neue Herausforderungen auf mich!“
Ihre Ordination ist für Christina Weyerhäuser ein echter Karriereschritt und das Ende eines langen Ausbildungsweges. Nach ihrem Studium der evangelischen Theologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz meisterte sie ihr erstes theologisches Examen mit dem Schwerpunkt Seelsorge und Pastoralpsychologie. Es folgte ihr zweijähriges Vikariat, das sie in der evangelischen Johannesgemeinde in Bingen ableistete.

((BU)) Christina Weyerhäuser: „Es warten viele Herausforderungen auf mich. Foto: red