PERU – Mitte Dezember. Es ist duster und ich friere. Wir sind in 3000 Meter Höhe und es ist drei Uhr in der Nacht. Mit meinem Bruder stehe ich trampend an der Straße. Drei Stunden warten wir, dann hält ein Auto. „Richtung Süden?“ Wir überreden ihn noch, nichts zahlen zu müssen, dann steigen wir ein. Der Fahrer redet und redet. Ohne Pause. Mir fallen die Augen zu, doch aus Höflichkeit will ich jetzt nicht einschlafen. Im Morgengrauen steigen wir aus und trampen weiter. Nach 30 Stunden pausenlosem Trampen haben wir unser Ziel erreicht. Eine Freundin hatte uns in ihr Hotel eingeladen. Ein ungewohnter Luxus.

So reise ich nun seit sieben Monaten durch Südamerika und habe dabei Kolumbien, Ecuador und Peru auf Lkws, Motorrädern und Autos passiert. Vor einem Jahr und zwei Monaten startete ich auf der Raststätte bei Grünstadt und trampte zunächst mit Segelbooten über den Atlantik, um nun den magischen Kontinent Südamerika zu entdecken. Es geht stets Richtung Süden, doch wo ich wann ankomme, bleibt ungewiss. So traf ich letztes Jahr kurz vor Weihnachten einen Kanadier, der mich in sein Haus einlud. Es wurden einmalig schöne Weihnachten. Auch dieses Jahr hoffe ich, in Bolivien eine Familie zu treffen, die ihre Türen für uns öffnet. Doch bis dahin lassen wir uns überraschen und trampen weiter Richtung Süden.
In diesem Sinne wünsche ich den Lesern des JournalLokal ein gesegnetes Weihnachtsfest in der Heimat.

Sie wollen mehr über dieses Abenteuer erfahren…?
Unter www.theoutdoorbrothers.de gibt es mehr Texte, Fotos und Videos.

Foto: privat