Vor 20 Jahren hat sich Heinrich Webler mit seiner Firma am Marktplatz 11 in Laubenheim etabliert. Aus diesem Grund sprachen wir mit ihm über seine Aufgaben und seine außerberuflichen Ambitionen:

JournalLokal: Herr Webler, was steckt hinter dem Logo „icon“?
Webler: icon ist eine Abkürzung für Ingenieur Consult und hat sich als prägnantes Markenzeichen mit hohem Wiedererkennungswert bewährt. Mit meinem Team wickele ich Projekte des Hochwasserschutzes am Rhein und seinen Nebenflüssen ab, meist in Arbeitsgemeinschaft mit anderen Büros. Gerade bei der Vergabe solch großer Projekte, die ja europaweit ausgeschrieben werden, ist die Marke von hoher Bedeutung.

JL: Deckt Ihr Büro neben diesem „großen Wasserbau“ auch andere Leistungsfelder ab?
Webler: Ja, wir wickeln auch Projekte des Tiefbaus ab. Ein Beispiel hierfür ist die gesamte Entwässerungsanlage des Hofguts Laubenheimer Höhe, bei dem wir die Planung und Überwachungstätigkeiten in Auftrag hatten. Unser „Senior“ Christian von Kaphengst, von dem ich das Büro vor 20 Jahren übernommen habe, war ein Pionier der Regenwasserversickerung und wir führen diese Tradition fort.

JL: Sie waren ja auch bei der Reaktivierung des historischen Brunnens am Laubenheimer Marktplatz beteiligt.
Webler: Von Ortsvorsteher Gerd Strotkötter wurde ich informiert, dass der Brunnen praktisch vor meiner Haustür entdeckt worden war. Zusammen mit Heimatforscher Alfred „Fitti“ Schmitt fotografierten wir den Brunnen durch die zutage getretene Öffnung. Kurze Zeit später bat mich die neu gegründete „Brunneninitiative“, planerisch tätig zu werden. Vom Heimat- und Verkehrsverein Laubenheim erhielt ich den formalen Auftrag, die Planung und Bauüberwachung abzuwickeln. Dies wickelte ich gerne mit meinem Büro ehrenamtlich ab.

JL: Wie man heutzutage die Ämter kennt, war dies doch sicher ein Spießrutenlauf durch den Behördendschungel?
Webler: Wir sind es gewohnt, bei unseren Projekten, die dem Wasserrecht unterliegen, viele Interessen unter einen Hut bringen zu müssen. In diesem Fall erfolgten die fachlich-technischen Abstimmungen mit dem Umweltamt, Untere Wasserbehörde. Der Vorsitzende des HVV, Klaus-Dieter Rank, ist bei der SGD Süd tätig, mithin bei der Oberen Wasserbehörde. Er stimmte das Projekt in seinem Hause ab.

JL: Wie wurden die städtebaulichen Aspekte berücksichtigt?
Webler: Bei der Ausgestaltung des Brunnens beriet uns Boris Engelbrecht mit seinem Label „Natursteinkultur“ in Bezug auf die Materialien und die Farbgebung – aus seinen Händen stammt auch das in den Kalkstein der Brunnenmauer gemeißelte Laubenheimer Wappen. Dieses Konzept stimmten wir mit der Abteilung Denkmalpflege im Bauamt ab – hier wurde dann auch die Genehmigung erteilt. Das Stadtplanungsamt, Abteilung Verkehr, unterstütze uns im Hinblick auf die verkehrsrechtliche Anordnung und die damit verbundenen Absperrungen im Straßenraum. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass der Kollege Porth mit seinem Ing.-Büro am Marktplatz die Statik für die Tragkonstruktion des massiven Bauwerks beisteuerte – ebenfalls ehrenamtlich.

JL: Die Bauausführung der Brunnenreaktivierung erfolgte im Sommer dieses Jahres. Was ist für Sie in diesem Zusammenhang besonders bemerkenswert?
Webler: Ganz klar! Die Hilfe und Unterstützung, die uns bei der Umsetzung des Projektes zuteilwurde. Zunächst durch den Einsatz des Garten- und Landschaftsbaubetriebes Hübner & Kuchenbuch, der die gesamten Erd- und Maurerarbeiten unentgeltlich übernahm. Oder durch Werner Vollrath und Manfred Peter, die den stabilen Holzdeckel des Brunnens mit Eisenbeschlägen (eine Forderung der Wasserbehörden) beisteuerten. Aber auch die vielen Bürger und Institutionen, die Geld für die erheblichen Materialkosten spendeten. Mein besonderer Dank gilt den Nachbarn des Brunnens, insbesondere dem „Leon“, für die Duldung der Einschränkungen während der Bauphase. Und natürlich allen Mitgliedern der Brunneninitiative, ohne deren Einsatz das Projekt nicht möglich geworden wäre.

Die Fragen stellte Klaus Schmitt