Von Klaus Schmitt

Wolf-Ingo Heers, Foto: Rico Rossival

NACKENHEIM – Beim Neujahrsempfang des DRK konnte der Vorsitzende Wolf-Ingo Heers zahlreiche Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft begrüßen. Er wies auf die Probleme hin, die das Rote Kreuz beim Sammeln von Blutspende habe. Trotzdem habe der Verein beschlossen, in diesem Jahr 700 Spender zu rekrutieren. Die Spender werden immer älter und es wäre dringend an der Zeit, junge Menschen dafür zu rekrutieren. Außerdem würden viele Restriktionen die Spendenfähigkeit erschweren. So dürften Frauen nur viermal jährlich spenden und Männer sechsmal. Die Zahl temporär abzulehnender Spender wachse. So dürften beispielsweise ältere Menschen bei regelmäßiger Einnahme bestimmter Tabletten nicht mehr spenden. Ein weiterer Grund seien Reisen in Länder, in denen zeitweilig Krankheiten auftreten, mit denen sich der Reisende infizieren könnte. Auch Spender mit frischen Tattoos oder Piercings sind ein halbes Jahr vom Spenden ausgeschlossen. Viele blieben danach oft den Blutspende-Aktionen fern. Es wird aber immer mehr Blut gebraucht. Erschwert wird dem DRK-Ortsverein der Verbandsgemeinde die Arbeit durch die Sammlungen des „großen Gegners“, der Mainzer Blutbank in Bodenheim. Diese bezahlen für die Spenden, was das DRK natürlich nicht kann. Hier gibt es nur eine gute Mahlzeit. Aber der Ortsverein wird zukünftig auch in Bodenheim tätig werden. Wolf-Ingo Heers und sein Verein sind sich klar darüber, dass die enorme Zahl von 700 erwünschten Spendern äußerst schwer zu erreichen sein wird. Bisher kam man auf 500 bis 520 Spender. „Aber wir wollen uns Ziele setzen!“ Er erhofft sich, ein Gelingen der Aktion unter anderem durch die mediale Begleitung der Aktion durch JournalLokal zu realisieren. Dort wird in jeder Ausgabe der aktuelle Stand der Spenderzahl veröffentlicht werden. Mutig verkündet der DRK-Chef: „Ehrgeizig, wie wir sind, behaupten wir, dass wir unser Ziel erreichen!“ Als Anreiz für die potenziellen Spender wird am Ende des Jahres eine Reise verlost. Abschließend dankte er allen Mitgliedern seines Vereins und allen weiteren anwesenden, ehrenamtlichen Helfern für ihren nimmermüden Einsatz. VG-Bürgermeister Dr. Robert Scheurer bezeichnete Nackenheim als „DRK-Town“ und sprach den DRK-Mitgliedern die volle Unterstützung für die geplante Aktion seitens der Verwaltung zu.

DRK-Bodenheim: „Wir wollen uns Ziele setzen“, Foto: Rico Rossival

Der rheinhessische Blutspende-Referent Florian Ruwwe dankte allen Helfern, die den Ortsverein unterstützen. Er konnte mit einigen Zahlen aufwarten, die die Schwere der Aufgabe, Blutspenden zu sammeln, dokumentierten. Das derzeitige Durchschnittsalter der Spender sei 43 Jahre – Tendenz steigend. Alleine in Rheinland-Pfalz und dem Saarland fehlten 207.300 Spender, das bedeutet täglich 800 bis 1000. Damit würde der hiesige Ortsverein mit den angepeilten 700 Spendern genau einen Tag abdecken. Fast 50 Prozent der Spenden werden alleine für Tumor-, Herz- und Kreislauferkrankungen benötigt. 80 Prozent der Bundesbürger brauchten mindestens einmal im Leben eine Spende. Dem stehen 3% der Bevölkerung als Spender gegenüber. Ohne Mehrfachspender und einem treuen Spenderstamm sei die Versorgung nicht machbar. Lagerfähig seien die Entnahmen lediglich 42 Tage. Zahlen, die zum Nachdenken animieren. Wolf-Ingo Heers dankte am Ende der Reden allen Helfern, die in gleich welcher Art den Ortsverein unterstützten. Er unterstrich nochmals die Zuversicht, dass man das Ziel „700 Spender in 2018“ erreichen werde.