Von Thorsten Söchtig

Ciro Visone zählt auf, Foto: Thorsten Söchtig

LAUBENHEIM – Wenn im Laubenheimer Ried sanfte Lichter die Bühne erhellen und die goldenen Sitzplätze des Damenkomitees freigeben; wenn auf dem Parkplatz vor der Halle kein ordnungsgemäßer Stellplatz mehr zu finden ist und Fahrzeuge im „Tetris“-Style abgestellt werden; wenn kostümierte, hinreißende Damen und schmucke Herren in Rock und Reif auf den Stühlen stehend tanzen; wenn eng an dicht die nächste Nachbarin zum

LCC Damenballett Hebefigur, Foto: Thorsten Söchtig

Schunkeln in den Arm genommen wird und begeisterte Gesangstalente den nicht vorhandenen Adamsapfel mit Leidenschaft zum Glühen bringen; wenn sich willige Hüften zu heißen Rhythmen bewegen und die Temperatur im Saal stetig steigt, dann ruft die Narren-Fachgesellschaft „KG ULK“ zur Damensitzung. Unter dem Kommando der charmanten Sitzungspräsidentin Gabi Schott und unzähligen, ehrenamtlichen Helferinnen wurde zu Ehren von Gott Jokus und der 5. Jahreszeit ein Geschenk für alle Narren und Narrhallesen dargereicht, das in puncto Stimmung seinesgleichen sucht.

Die O-Town Players zeigten außergewöhnliche Klasse. Ihr fulminanter Showtanz verwandelte die Bühne in ein Märchen in Grün, Foto: Thorsten Söchtig

Das schwierige Amt, die Konzentration der Narrenschar auf die Bühne zu lenken, übernahm Martin Küper, bevor der Einmarsch des Komitees in Begleitung der Garden und unter den schlagenden Klängen des Trommlerzugs der Haubinger, die Sitzung einleitete. Patrick Himmel sorgte mit seinen Einheizer-Schlagersongs für die erste Welle feierfreudiger Damen, die bereit war, mit den Händen zum Himmel, den „Mount-Fastnacht“ zu besteigen, um dem feurigen Muskelmann, lautstark ihre Herzen zu schenken. Olga Orange berichtete im figurbetonten Dirndl von Toilettenabenteuern in Frankfurt und erwies sich betont erschüttert beim Berechnen der „Rute“ in solch einem Etablissement. Hinterwald-Ureinwohner Tobias Paltz begab sich auf die Suche nach einem Weib und teilte das unterstützende Publikum in Pferde, Kühe und Wutze ein, während sein Bestreben, eine aufblasbare Frau zum Leben zu erwecken, den Närinnen und Narrhallesen johlende Tiergeräusche entlockte. Sitzungspräsident und 1. Vorsitzender der KG ULK,

Julia Döhring und der Gugg-Gugg, Foto: Thorsten Söchtig

Uwe Merz, verstand die Frauen nicht und drückte sich nicht davor, das heikle Thema in den Mittelpunkt der Scheinwerfer zu rücken. Die O-Town Players verwandelten die Bühne mit ihrem innovativen Showtanz in ein Märchen in Grün und zeigten erneut ihre außergewöhnliche Klasse. Ciro Visone, Liebling aller Herzen, sang im abgedunkelten Saal in einem Lichtermeer batteriebetriebener LED-Stäbe das „Amore-Lied“ und ein jeder wähnte sich bereit, den knuddeligen Pizzabäcker mit nach Hause zu nehmen. Julia Döhring entsprang einer „Gugg-Guggs-Uhr“ und sang „Im Schatten des Doms“. Der Song, der den Geist der Mainzer Fastnacht widerspiegelt und in Eintracht das Narrenvolk im Ried beseelte. Gunther Raupach brillierte in seiner unnachahmlichen Weise

Mann-O-Mann heben die Stimmung, Foto: Thorsten Söchtig

im Rampenlicht und beleuchtete das problematische Zusammenspiel von Frau und Mann beim schweren Gang zu IKEA. Das LCC-Damenballett inszenierte ein farbenprächtiges, luftiges Spektakel mit Hebefiguren und fliegenden Beinen auf der Bühne. Kraft und Anmut, gepackt in Rhythmus und Tanz aus Lörzweiler, ließen beanspruchte Handy-Akkus schwächeln.
Ein Reigen schier unendlicher Höhepunkte folgte – Schlag auf Schlag – und hielt die Stimmung im Saal in einem Dauerhoch. Dazu trugen mit Leistungen jenseits der Note Eins mit bei: Kevin Wagner, die Altrheingarde, Mann-O-Mann, die MKA, Handkäs un sei Musigg, HeDieMeenzer, die Rhoirevoluzzer und die Garde der Prinzessin.
Pause, Sektbar, Aprés-Disco sowie die Bühnenband „Soundtrack“ unter der Leitung von Markus Klee rundeten die ULKer Damensitzung ab und Kartenvorbestellungen sollten für die nächste Kampagne frühzeitig in Angriff genommen werden.

Gunther Raupach bei IKEA, Foto: Thorsten Söchtig