Von Wolfgang Bohrmann

NACKENHEIM – Im vergangenen Jahr startete der „Lebendige Nackenheimer Markttreff“ in der Hoffnung, für Nackenheim und vor allem für die älteren Mitbürger einen attraktiven Begegnungspunkt zu schaffen. Zudem sollte für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln in Wohnungsnähe wieder eine Einkaufsmöglichkeit geschaffen werden. Die Initiatorin, Elgin Joos, hatte mit viel Einsatz Marktbeschicker aufgetrieben und selbst eine Konzession zum Getränkeverkauf erworben. So entwickelte sich über den Sommer bis in den Spätherbst tatsächlich ein Treffpunkt für viele Nackenheimer und sogar aus Bodenheim wurden Besucher gesichtet. Leider nahm die Besucherzahl mit dem schlechter werdenden Wetter immer weiter ab, so dass bei einem Treffen der Ständebetreiber kurz vor Weihnachten einige Unternehmer ihre Teilnahme mangels Umsatz aufkündigten. Deshalb fiel schon der erste Markttreff am 3. Januar 2018 ins Wasser.
Joos kümmert sich seitdem zusammen mit den verbliebenen Betreibern darum, neue Unternehmen zu finden, die bereit wären, in Nackenheim den Markt aufrechtzuerhalten. Der Neustart mit aktualisierten Angeboten soll nun am Mittwoch, den 7. Februar 2018, sein. Idealerweise soll ab diesem Tag wieder jeden Mittwoch zwischen 12 und 19 Uhr der Markt geöffnet sein.
Voraussetzung für das weitere Bestehen des Marktes ist allerdings, dass die Nackenheimer ihn auch endlich als feste Institution annehmen. In einer Gemeinde mit mehr als 6.000 Einwohnern sollte das doch möglich sein. Schließlich gibt es auf dem Markt hervorragende Produkte aus der Region zu kaufen, das sollte für Kunden, die Fleisch- und Wurstwaren aus guter Tierhaltung und Obst und Gemüse aus biologischem Anbau mögen, ein großer Anreiz sein, hier einzukaufen.
Im Übrigen wäre in dem Zusammenhang auch daran zu erinnern, wie das zu Zeiten vor „NETTO“ war. Mit einem ehrenamtlich zur Verfügung gestellten Bus mussten seinerzeit Mitbürger, vor allem aus dem alten Ortskern, in die nächstgelegenen Einkausfmärkte gefahren werden, um sich selbst versorgen zu können. Das ist durch den Markttreff überflüssig geworden, auch wenn nach wie vor merkwürdigerweise nur wenige dieser ehemaligen Busje-Benutzer auf dem Markt anzutreffen waren.
Die Betreiber und auch Bürgermeisterin Margit Grub, die zu den Stammkunden des Markttreffs zählt, wünschen sich, dass nicht nur die bisherigen Kunden ab 7. Februar wieder zum Markt kommen. Auch die Nackenheimer Bürger, die bisher das Angebot nicht genutzt haben, sollten doch wenigstens einmal vorbeischauen und selbst sehen, dass es sich lohnt, wenigstens einen Teil seines Bedarfs hier einzukaufen. Damit erwerben sie nicht nur gute Produkte, sondern auch ein Stück Lebensqualität und Gemeinschafterlebnis.