NIERSTEIN – (red) Der Niersteiner Carneval-Verein (NCV) hat, ein Jahr nach dem Jubiläum 1275 Jahre Stadt Nierstein, durch eine beispiellose und gut vorbereitete Stürmung das Rathaus der Stadt Nierstein an Altweiberfastnacht in seine Gewalt genommen. Bis zum Aschermittwoch lag die Schlüsselgewalt nun in den Händen des NCV Präsidenten Rüdiger Leineweber und seinen Getreuen. Pünktlich um 11.11 Uhr bliesen die Niersteiner Narren zum Sturm auf das Amtsgebäude. Trotz massiver Gegenwehr gelangte das Narrenvolk in die Amtsstuben und damit in das Herz der Verwaltung. Bürgermeister Thomas Günther sowie die Beigeordneten Egid Rüger, Jochen Schmitt und Tobias Bieker sowie Ortsvorsteher Gereon Geissler und Kulturbeauftragter Hans-Uwe Stapf wurden mit Luftschlangen gefesselt im Rathaushof dem Narrenvolk vorgeführt. Der Medicus Pharmazeutikus unterzog die Verwaltung einer kokolores-medizinischen Untersuchung, um deren Verhandlungsfähigkeit festzustellen. Die anschließend vom Präsidenten Rüdiger Leineweber vorgebrachten Anklagepunkte waren so stichhaltig, dass sämtliche Bemühungen einer Verteidigung ins Leere liefen. Bürgermeister Günther versuchte zwar noch mit einer List die Anklage von sich abzuwenden und das Hohe Gericht mit dem Überreichen von Fastnachtsorden zu beeinflussen, doch dieser Versuch schlug fehl. Letztendlich mussten sich Günther und seine Verwaltung schuldig bekennen, den Rathausschlüssel an den NCV abgeben und unter großem Applaus den Rathaushof kehren.

((BU)) Stadtbürgermeister Thomas Günther tadellos hinterm Kehrgerät: auf dass die Fastnacht in Nierstein sauber bleibt Foto: Stadt Nierstein