Herr Heppel, welche Rolle haben Sie im Verein Trauernde Eltern & Kinder Rhein-Main und weshalb sind sie dort aktiv?
Ich bin ein betroffener Vater und im Verein insbesondere für das Sammeln von Spenden zuständig. 2003 habe ich sehr viel Hilfe durch den Verein erfahren und möchte gerne „etwas“ zurückgeben.

Warum ist es so schwer, an Spendengelder für die Trauerarbeit zu gelangen?
Wir stehen mit unserem schwierigen Thema sehr im Schatten anderer Vereine. Hinzu kommt, dass viele Menschen eher für kranke Kinder spenden, als für trauernde Kinder oder gar Erwachsene.

Wie gehen Sie mit dieser Problematik um?
Es ist sehr viel Überzeugungsarbeit erforderlich. Mein Ziel ist immer, den Fuß in die Firma oder in die Institution zu bekommen. Wenn ich es schaffe, über unsere Arbeit zu erzählen, dann ist sehr oft die Bereitschaft da, zu spenden.

Wie sieht es mit einer staatlichen Unterstützung aus?
Im Gegensatz zu Hospizvereinen erhalten wir für unsere Trauerbegleitung keine staatliche Unterstützung, was ich als höchst ungerecht empfinde. Mit anderen Worten: Wir erhalten weder von der Stadt Mainz noch vom Land irgendwelche finanziellen Mittel.

Wie können die Leserinnen und Leser konkret helfen?
Außer unseren Mitgliedsbeiträgen haben wir keine konstanten Einnahmen, sodass wir für jede Spende dankbar sind. Wenn Schulen für uns einen Spendenlauf durchführen oder Sängerinnen und Sänger für uns ein Benefizkonzert veranstalten, dann unterstützen wir dies sehr gerne. Wir möchten nicht nur die Hand aufhalten, sondern auch tatkräftig mitwirken, um möglichst vielen Menschen helfen zu können.

Die Fragen stellte Jo Atzbach

Bild: Gisbert Heppel