BODENHEIM – (ks) Die Idee, die stark verwitterte Kreuzigungsgruppe im alten Teil des Gemeindefriedhofs vor dem endgültigen Verfall zu retten, schwebt schon seit über 20 Jahren über der Gemeinde. Daraus wird dank des finanziellen Engagements der in Köln sitzenden Wilhelm H. Pickartz-Stiftung nun endlich Wirklichkeit. Die aus dem Jahre 1677 stammende und aus rotem Sandstein gearbeitete fast vier Meter hohe Formation erinnert an den ehemaligen Propst von St. Alban, Freiherr Christian Rudolf von Stadion. Lange vor der aktuellen Restaurierung gab es bereits mehrere ergebnislos geendete Anläufe. Viele Klippen gab es zu umschiffen. Unterschiedliche Auffassungen zu Eigentums- und Zuständigkeitsfragen, zu Art und Umfang der Restaurierung, der Finanzierung und letztlich deren Freigabe durch die Kommunalaufsicht erschwerten den Fortgang des Plans. Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig gelang es, eine Zusage für die Kostenübernahme von der nach dem gebürtigen Bodenheimer benannten Stiftung zu erhalten. Diesem Umstand und der Beharrlichkeit des gleichnamigen Stiftungsgründers ist die bevorstehende Sanierung zu verdanken. Mit dessen Hilfe konnten auch bereits die verblassten Namens-Schriftzüge der in den beiden Weltkriegen gefallenen Bodenheimer 2012 wiederhergestellt werden. Bei den nun bevorstehenden Restaurierungsarbeiten soll zunächst die Oberfläche der Gruppe von Moosen und Flechten befreit, die aufblätternden Gesteinsschollen gesichert und abgebrochene Steinpartien stabilisiert werden. Die von dem ortsansässigen Steinmetz Rainer Knussmann aufgefundenen abgebrochenen Gesichtspartien wurden von diesem sicher aufbewahrt und können nun von der Dipl.-Restauratorin Manuela Prechtel M.A., Bonn, zur Restaurierung verwendet werden. Der einheimische Planungsexperte Thomas Metz stimmte die bevorstehenden Arbeiten eng mit der Landesdenkmalpflege, der unteren Denkmalschutzbehörde Kreis Mainz-Bingen, der Wilhelm H. Pickartz-Stiftung, der Gemeinde Bodenheim und der katholischen Kirchengemeinde ab. Ende Februar erfolgte nun der Abtransport der 340 Jahre alten Gesteinsgruppe. Die Restaurierung erfolgt in Bonn. Über den Fortgang der Arbeiten wird eine Tafel informieren. Die Rückkehr der restaurierten Kreuzigungsgruppe ist für Herbst 2018 geplant. Bis dahin plant die Gemeinde, das direkte Umfeld des Standortes ansprechend umzugestalten und zu sanieren.

BU: Bei den bevorstehenden Restaurierungsarbeiten soll zunächst die Oberfläche der 340 Jahre alten Gruppe von Moosen und Flechten befreit werden Foto: privat