HECHTSHEIM – In unserer gegenwärtigen Zeit ist es dank sozialer Medien nicht mehr schwierig, anonym zu bleiben und seine Lebensgeschichte zu verschleiern. Genau das Gegenteil aber tut die in Hechtsheim lebende Autorin Heidi Witzig: In ihrem Buch „Der Admiral. Zufälle, die keine sind“ berichtet sie authentisch und ehrlich von Erlebnissen aus ihrem nun fast 72-jährigen Leben. Als roter Faden durch diese Erzählungen zieht sich das Motiv des Schmetterlings Admiral, der der Verfasserin immer wieder in den verschiedensten Situationen begegnet und für eine Verkettung von Erlebnissen sorgt, die so unglaublich zusammenhängen, dass man schon fast nicht mehr an den Zufall glauben kann. Passiert sind sie alle genauso, wie es auf den Seiten des Buchs beschrieben wird – für Authentizität sorgt dabei nicht nur der klare, verständliche Sprachstil der Autorin, der dem Leser das Gefühl gibt, der Erzählung einer schon lange vertrauten Person zu lauschen, sondern auch Fotografien, die den Text begleiten.
Heidi Witzig hat sich mit der Veröffentlichung einen alten Wunsch erfüllt: „Schon lange habe ich den Traum, ein Buch zu schreiben, aber früher waren die Verhältnisse dafür einfach nicht geeignet“, erklärt sie. Der Anstoß, es dann schließlich zu tun, war ein trauriger: Im Jahr 2013 starb zuerst ihre Tochter, dann ihre Mutter. Im Jahr darauf begegnete Witzig dann zum ersten Mal auf dem Hechtsheimer Friedhof dem Schmetterling Admiral, der so zutraulich war, dass er sich auf ihre Hand setzte – eine erste von vielen Begegnungen mit den Tieren, die sich drei Jahre lang hinzogen und den Schreibprozess begleiteten, bis im Oktober 2016 das Buch fertig war. Mit ihrer Veröffentlichung will Heidi Witzig vor allem eines: „Ich möchte den Menschen Kraft geben, indem ich zeige, dass ein Schmetterling mir über meine Trauer hinweggeholfen hat. Mir geht es nicht um Geld, ich möchte meine Geschichte weitergeben.“
Dass ihr dies gelingt, zeigen die vielen positiven Reaktionen auf das Buch. Die Autorin wird von vielen Menschen angesprochen, angerufen und angeschrieben, die ihr Respekt für ihre Offenheit und Dank aussprechen, gerührt und getröstet sind und manchmal auch ihre eigenen Geschichten erzählen. Diese Reaktionen, aber auch weitere Erlebnisse aus ihrem Leben verwandelt Heidi Witzig gerade in ein neues, ebenso tatsachengetreues Buch: „Mitten ins Herz. Achterbahn der Gefühle“. Etwas dauert es noch, bis diese Fortsetzung, immer noch geprägt durch den Schmetterling, erscheint. Gerade erschienen ist aber eine Neuauflage des Buchs „Der Admiral. Zufälle, die keine sind“. Erhältlich ist es in Buchhandlungen sowie im Internet. Persönlich kann man die Autorin auch bald treffen: am 4. Mai, ab 11 Uhr im Friseurladen in der Alten Mainzer Straße 28 in Hechtsheim bei einem Verkaufstag mit Signierstunde, bei einer Lesung im Weingut Stenner in Hechtsheim am 24. Mai ab 19 Uhr oder am 7. Juli um 18 Uhr auf der anonymen Friedhofswiese in Mombach.

„Der Admiral. Zufälle, die keine sind“ sowie „Mitten ins Herz. Achterbahn der Gefühle“: In dem biografischen Roman erzählt Heidi Witzig von Begebenheiten aus ihrem Leben, die durch zufällig erscheinende Gemeinsamkeiten miteinander verknüpft sind. Dabei steht immer der Schmetterling Admiral im Vordergrund, dem die Autorin nach dem Tod ihrer Tochter und ihrer Mutter begegnet ist und mit dessen Hilfe ihre Trauer überwunden hat. „Mitten ins Herz“, ihr zweites Buch, das gerade in Arbeit ist, knüpft an das erste Werk an und behandelt auch die Reaktionen der Leser auf dieses.

Veronika Königer