GAU-BISCHOFSHEIM – Eine Erfolg versprechende Variante in der Strategie ist die Voraussicht. Da die Schülerzahlen an der Grenze zur Neubildung von weiteren Klassen lagen, konnte der künftige Bedarf an Räumlichkeiten in der Astrid-Lindgren-Grundschule ermittelt werden. Momentan werden 182 Kinder in 10 Klassen gebunden. Bereits 2019 erhöht sich diese Zahl sehr wahrscheinlich auf 192 Kinder. Dabei spielen Kann-Kinder, Wiederholer-Kinder und auch Flüchtlingskinder eine Rolle. Zwei Container-Module brachten bereits Entspannung der Lage.

Zusammen gedacht – gemeinsam gemacht
Verbandsbürgermeister Dr. Robert Scheurer bat zum Spatenstich. Er begrüßte Regierungsschuldirektorin Annette Ernst sowie den Schulleiter der Astrid-Lindgren-GS Uwe Lusche, der sich freute, dass alle Verantwortlichen gemeinsam an einem Strang gezogen hatten, um das Projekt voranzutreiben. Sein Dank galt Dr. Robert Scheurer. „Ein Mann, ein Wort“, sagte Uwe Lusche. Weitere starke Schultern des Unternehmens „Zukunft heute“ sind Angela Domnick, Andreas Heinrich des Ing. Büros Kläs in Klein-Winternheim, Herr Diehl der Fa. Gemünden und Frau Zaun, die das Projekt in Gau-Bischofsheim betreut. Eine besondere Beziehung besteht zum Architekten Peter Scheubert, der nicht nur den neuen Anbau unter seine Fittiche nahm, sondern auch in der Vergangenheit sehr aktiv in Gau-Bischofsheim mitwirkte. Unter seinem Genie entstand die Hauptschule (das heutige Gymnasium), der Schulhof der AL-GS, die Turnhalle, die Gymnastikhalle sowie die Erweiterung der Grundschule in den 1990er Jahren. Entschuldigt wurden Landrätin Dorothea Schäfer und Ortsbürgermeister Patric Müller. Mit zum Spatenstich wurden die Kinder Anton und Nils vom Schülerparlament geladen. Zuvor sangen auf der Rasenfläche alle Kinder der Grundschule das Lied „Alles muss klein beginnen“, geleitet durch die Pädagogin Stefanie Danner. Dr. Robert Scheurer schloss seine Rede mit einem Zitat von Astrid Lindgren und beschrieb den Moment als Rosentag – ein Tag, an den man sich in Zukunft gerne erinnern wird.

Vorbildliches Schulmodell
In der Planungsphase wurden mehrere Variationen des künftigen Schulbaus durchgespielt, Geschosse und Klassenraumanzahl. Entschieden wurde, dass ein ebenerdiges, barrierefreies Gebäude mit Flachdach, mit der Möglichkeit einer späteren Aufstockung, die beste Lösung sei. Es wird einen Mehrzweckraum mit 100 m² geben, der mitunter zur Schülervollversammlung der Modellschule genutzt werden kann sowie als Probenraum und Sporthalle. Dazu entstehen zwei separate Klassenzimmer mit je 60 m². Eine pfiffige Idee war es, den Aushub zur Südseite des Geländes zu bringen und den Abhang aufzuschütten. So geht durch den Neubau die Rasenfläche nicht verloren. Der Pausenhof wird lediglich verschoben und kann auch weiterhin als grünes Klassenzimmer in Anspruch genommen werden. Die Astrid-Lindgren-GS ist eine Modellschule für Demokratie und Partizipation in Rheinland-Pfalz. Als Vorreiter demokratischer Kultur dürfen die Kinder bei der Auswahl des neuen Spielgeräts für den Pausenhof mitbestimmen. Ein gläserner Verbindungsgang zum jetzigen Schulgebäude sichert den Schulbetrieb bei Wetterkapriolen aller Arten. Der Altbestand erfährt ebenso einige bauliche Veränderungen. Wände werden versetzt, Räume geschaffen, das Lehrerzimmer wandert in die oberste Etage, Akustikplatten werden verbaut und die Wärmedämmung wird optimiert. Die Umbauten beginnen in den Sommerferien 2018. Bauherr ist die VG Bodenheim. Die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro. Es gab Zuschüsse in Höhe von 0,6 Millionen Euro und der Kreisanteil lag bei 86.000 Euro. Die Anwohner begrüßen die Entwicklung der GS. Es wurde vor Baubeginn eine Beweissicherung der anliegenden Gebäude vorgenommen. Zum Beginn des neuen Schuljahrs 2019/2020 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

Thorsten Söchtig