LAUBENHEIM – (ks) Es sind schon zwei Mordskerle, die Laubenheimer Winni Engel und Kai-Uwe Ludwig. Seit 2013 brechen die beiden zu großen Radtouren in alle Himmelsrichtungen auf. In Engel war der Gedanke gereift, einmal quer durch Deutschland und das benachbarte Ausland zu radeln. Diese Idee fiel bei seinem Ulker-Kumpel sofort auf fruchtbaren Boden. Nach einem in kurzer Zeit entwickelten Schlachtplan ging es dann auch schon im Oktober 2013 auf einen Zehn-Tage-Trip nach Cuxhaven. Während dieser Fahrt wurden 880 Kilometer bewältigt. Dabei konnten die strammen Radler erstmals erfreut feststellen, dass man sich in fast ganz Deutschland auf ausgewiesenen Radwegen bewegen kann. Über die Fulda wurden sie mit ihren Rädern auf einer Fahrradseilbahn gekurbelt. Im Oktober 2014 stand dann eine Drei-Tage-Tour über 220 Kilometer im hohen Norden auf dem Terminkalender. Von Flensburg aus ging es am Nord-Ostsee-Kanal vorbei  nach Kiel, Brunsbüttel und Glückstadt. Ein „strammer Gegenwind“ auf einer 98-Kilometer-Tagestour kostete dabei viel Kraft und Ausdauer. Zwei „Platte“ und Dauerregen kamen noch dazu. Im Mai 2015 brach man von  Laubenheim aus in den Süden auf. Auf den 640 Kilometern der Drei-Länder-Tour passierte man in sieben Tagen Basel, Bregenz und Lindau. 2016 schlug der Heimat- und Verkehrsverein Engel vor, zum 50-jährigen Jubiläum der Partnerschaft mit Longchamp (Burgund) mal eine „Jumelage“-Radtour von dort nach Laubenheim zu machen. Dafür waren die Männer gleich Feuer und Flamme. Ende April wurde aufgesattelt. Auf 555 Kilometern führte die Strecke („eine extrem harte Tour“) durch die Vogesen. Man schaute dort morgens nach dem Aufstehen „in alle vier Himmelsrichtungen nur gegen Felswände“. Hier waren beim Fahren hohe Elektrolyte-Verluste zu beklagen. Durch das Elsass über Epinal und Saarbourg ging es dann in strömendem Dauerregen durch das Saarland in Richtung Mainz. Bei der nächsten Fahrradtour im Jahr 2017 führte der Weg der Radler in den Süden der Niederlande nach Hoek van Holland. Das 10000-Seelen-Städtchen liegt an der Hauptmündungsstelle des Rheins. Auch das bekannte Seebad Zandvoort wurde während der achttägigen 550-Kilometer-Tour besucht. In diesem Jahr lockte Ende Mai erneut der Süden. Auf einer Alpentour über Bregenz, Dornbirn und Chur ging es am Rhein entlang bis zur Quelle. Auf der weiteren Reise durch die berühmte Via Mala-Schlucht waren zwischen Chur und dem Splügen-Pass 2000 Höhenmeter zu bewältigen. Trotz mancher bisher erlebten Strapazen ist den Beiden klar: Jeder Trip war eine neue Erfahrung und ein tolles Erlebnis und zwei „Platte“ auf 3600 Kilometer sind ein guter Schnitt.