von Thorsten Söchtig

HECHTSHEIM – Der Hechtsheimer Einwohner Thomas Weyer staunte nicht schlecht, als er in seinem Garten einen besorgniserregenden Fund machte. Ein technisches Element von rund 6 Pfund Gewicht war auf seinem Rasen aufgeschlagen. Bei näheren Betrachtungen bemerkte er Hydrauliköl – oder Kerosingeruch. Kein Zweifel, ein Flugzeug hatte beim Landeanflug ein Stück der technischen Beschaffenheit verloren. Besorgt maß der Hechtsheimer die Strecke bis zu seiner Terrasse und stellte fest, dass bereits minimalste Veränderungen der Überflugfaktoren zu einer Katastrophe hätte führen können. Wäre der Nord-Ost Wind etwas stärker gewesen, wäre die Flughöhe vom Landeanflugsprotokoll abgewichen, wäre die Reisegeschwindigkeit etwas höher gewesen, dann hätte es durchaus zu einem Schicksalsschlag kommen können. Der Gedanke, beim Nachmittagskaffee auf der eigenen Terrasse von einem Flugzeugteil getroffen zu werden, ist nicht leicht zu verdauen. Ein 6 Pfund schweres Stück eines Jets, das 11 Sekunden fällt, kann beim Aufschlag lebensbedrohende Personenschäden zur Folge haben. Der Arbeitskreis Hechtsheim, unter der Leitung von Joachim Alt, sowie die umliegenden Bürgerinitiativen der Stadtteile gegen Fluglärm und Feinstaubbelastung, stellten sich an die Seite von Thomas Weyer, denn sie erkannten sofort die drohende Gefahr aus den Wolken. Als Konsequenz soll von jetzt an die Sensibilisierung der Bevölkerung für solche Gefahren stärker in den Fokus gerückt werden, denn Funde von verlorenen Flugzeugteilen in Rheinhessen sind keine Seltenheit. Der AK-Hechtsheim möchte mittels Informationsstand und Plakaten die Aufmerksamkeit auf den letzten „Fall“ lenken. Der Umstand, dass die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) nicht in Aktion getreten ist, wirft weitere Fragen auf. Ob der sichergestellte Beweis durch die Polizei jemals von der BFU gesichtet wurde, konnte nicht bestätigt werden. Anhand der Seriennummer könnte festgestellt werden, in welchem Flugzeug das niedergegangene Element verbaut war. Fakt ist, dass abgefallene Flugzeugteile die Airlines nur verpflichten, in ihrem Heimatland den Unfall zu melden, nicht aber dem angeflogenen Flughafen. Auch dürfen einzelne Bürger die BFU nicht beauftragen, Unfälle zu untersuchen. Das dürfen nur die Airlines tun, sofern kein strafbares Handeln vorliegt.