VG BODENHEIM – (ks) Die immense Bedeutung einer Blutspende zeigte sich besonders akut bei Katharinas Entbindung. Nach der Geburt ihrer Tochter kam es zu ernsthaften Komplikationen. Die Gebärmutter hatte sich nicht, wie normal üblich, zusammengezogen – die häufigste Ursache für den Tod der Mutter nach der Geburt. Auch für Katharina war die Situation lebensbedrohlich, noch dazu, weil sie die Blutgruppe 0 negativ hat. „In jener Nacht haben wir insgesamt fünf Blutkonserven der Gruppe 0 negativ geben müssen“, fast der Chefarzt der Mutter-Kind-Klinik, Dr. Harald Lehnen, die dramatischen Stunden zusammen. „Mit Blaulicht haben wir vom DRK Nachschub der seltenen Blutgruppe bekommen“, ergänzt Yüksel Aydogan, verantwortlicher Oberarzt für das Transfusionswesen. Es galt die Notfallreserve an 0 negativ unverzüglich aufzufüllen: „Zur Not müssen solche Blutkonserven eingeflogen werden“, so Aydogan. „Das Beispiel der Patientin Katharina macht deutlich, dass Blutspenden nicht nur bei Unfällen lebensrettend sind“, sagt Dr. Lehnen, der ebenfalls verdeutlicht, dass der Faktor Zeit in solch einem Fall sehr entscheidend ist. Das Vorhandensein einer passenden Blutkonserve kann mitunter über Leben und Tod entscheiden. In der Geburtsklinik kommt es in der Geburtshilfe jährlich zu fünf bis sechs solcher Komplikationen. „Wir müssen die Menschen aus ihrer Komfortzone herausholen, es müssen so viele Menschen wie möglich Blut spenden. Blutkonserven sind lebensrettend. Und es kann jeder in jeder Sekunde auf solch eine Spende angewiesen sein“, sagt der Leiter der Geburtsklinik. Wolf-Ingo Heers, Vorsitzender des DRK der Verbandsgemeinde Bodenheim appelliert: „Kommen Sie am 21.9. zum rheinhessischen Blutspende-Marathon nach Nackenheim, Henri-Dunant-Straße 1 (direkt am Festplatz). Von 15.00 bis 20.00 Uhr sind unsere medizinischen Kräfte zur Blutentnahme und Betreuung da.“ Und er ergänzt: „Wir brauchen nach den Sommerferien jeden Tropfen Blut. Unterstützen Sie unsere Aktion 700 Spenden. Die Lager sind leider längst nicht mehr so voll, wie sie sein müssten.“