Foto: Kleine Harmonie Oppenheim

OPPENHEIM – (kd) Nach der Absage des ersten, für Mai geplanten Konzertes und dem folgenden Chorleiterwechsel, konnte das Vokalensemble „Kleine Harmonie Oppenheim“ zwei bewundernswerte Sommerkonzerte auf die Beine stellen. Nicht zuletzt ihrer neuen Chorleiterin Eva Leonardy ist es zu verdanken, dass dies in dieser Form gelungen ist. Erstmals in der 32-jährigen Geschichte des kleinen Chores hat damit eine Frau den Dirigentenstab übernommen. Vorsitzender Thomas Esper wies in seiner Begrüßung u.a. darauf hin, wie sehr die Macht der Musik Menschen und Völker verbinden kann.

Die Vielseitigkeit des Repertoires machte es möglich

Mit dem Elan der neuen Chorleiterin, mit dem sie frischen Wind in den Chor brachte, waren Sängerinnen und Sänger in der Lage, nach nur vier Monaten intensiver Chorproben den Auftritt zu wagen. Die breite Basis des Repertoires machte die beiden Konzerte schließlich möglich.
Nach dem Auftakt mit dem lateinischen „Alta trinita beata“ folgten deutsche und englische Madrigale von G. Gastoldi und Thomas Morley. Danach überzeugten die Solistinnen Claudia Gesang (Sopran) und Katja Friedrich-Walther (Alt) im Duett mit „Schön Blümelein“ von R. Schumann und „Wie kann ich froh und lustig sein“ von F. Mendelssohn-Bartholdy. Abschluss des ersten Teiles des Konzertes machte ein Volkslieder-Quiz, bei dem Melodien und Text vertauscht waren und das viele der Konzertbesucher vor das eine oder andere Rätsel stellte.

Feierlich getragen aber auch rock-popig nach der Pause

Das französische Trinklied „Tourdion“ mit Tamburinbegleitung und „angetrunkenem“ Bass bildete den Auftakt zum zweiten Teil. Dem folgten sehr getragene Titel wie „Dat du min Leevsten büst“, „Der Mond ist aufgegangenen“, mehrstimmig und leicht verjazzt. Intensiv mit Stimmgewalt vorgetragen die „Mainacht“ von Johannes Brahms, bevor „Deep River“ ruhig zu „Ol’ man river“ aus Showboat überleitete, das Klaus Degreif mit seinem profunden Bass sicher und gekonnt zelebrierte. „Oh Herr, welch ein Morgen“ mit Chor und Solist folgte. Chorleiterin Eva Leonardy ist ausgebildete Sopranistin, was sie mit dem äußerst gefühlvoll  interpretierten „Summertime“ von George Gershwin unter Beweis stellte. Rock-popig wurde es dann noch einmal zum Schluss eines gelungenen Sommerkonzertes im kühlen Dahlem-Gewölbe. Den finalen Auftakt machten „Ma na ma na“, „Ich will keine Schokolade“ und „The lion sleeps tonight“, welches in keinem weltlichen Konzert der Kleinen Harmonie fehlen darf. Singend mit „Dankeschön und auf Wiedersehen“ verließ der Chor die Bühne, um durch den Hintereingang für zwei Zugaben die Bühne erneut zu betreten. Mit lange anhaltendem Applaus wurden Chor und Chorleiterin verabschiedet.