von Klaus Schmitt

LAUBENHEIM – Eine Saison, die unterschiedlicher nicht verlaufen konnte, hat der Laubenheimer Julian Weber, der für den USC Mainz startet, in den letzten zwölf Monaten erlebt. Nachdem er sich von einer OP an einem Einriss am Ellenbogen seines Wurf-Arms 2017 erholt hatte und auf eine gute 2018er Saison hoffte, warf ihn ein zweifacher Bandscheibenvorfall wieder weit zurück. Nach MRT-Ergebnis konnte dieser aber konservativ behandelt werden. Dies hielt ihn von der Teilnahme an einem geplanten Trainingslager ab und er musste sich in eine dreiwöchige REHA in Saarbrücken begeben. Nachdem er diese beendet hatte, fühlte er sich auf einem Top-Niveau. Dann konnte er zum ersten Mal nach einem Jahr wieder an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen: dem „Athletic World Cup“ am 15. Juli in London. Er war froh, dass er nach der Verletzungspause überhaupt wieder antreten konnte. Schon gar nicht hatte er darauf spekuliert, diesen mit Welt-Spitzenathleten gespickten Wettkampf zu gewinnen. 82,80 hatte er gleich im ersten Wurf „herausgehauen“. Eine super Leistung nach einer so langen Pause. Damit siegte er mit drei Metern Vorsprung vor dem Zweitplazierten. Bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg  schaffte Weber den 4. Platz hinter seinen drei deutschen Dauer-Rivalen Hofmann, Röhler und Vetter. Probleme mit einem Bein verhinderten eine bessere Platzierung. Bei den Europameisterschaften konnte er aufgrund der begrenzten Anzahl der Starter nicht teilnehmen. Aber trotzdem zeichnete sich noch ein zufriedenstellender Abschluss der Saison 2018 ab. Nachdem er in der „Diamond League“ –Tour im englischen Birmingham mit 86,63 Metern auf dem vierten Platz gelandet war, war er wieder in der absoluten Weltspitze angekommen, womit in der Fachwelt nicht unbedingt gerechnet wurde. Mit den hierbei erzielten Punkten war er nun für den Abschluss dieser sportlichen Welt-Tour im Züricher Letzigrund qualifiziert. An seinem 24. Geburtstag saß er nun im Flieger Richtung Schweiz. Dort haderte der 24-Jährige sogar mit seinem Anlauf. „Es hat nicht so richtig gepasst! Mir fehlt einfach komplett die Routine“, sagte Weber, der sich wieder einmal fragte: „Was wäre wenn?“ Eine Frage, die sich der Mainzer in dieser Saison schon oft gestellt hatte. Das Internationale Stadionfest Berlin (ISTAF) am 2. September, das zur „World Challenge“ zählt, war der letzte Start 2018. Mit einem hervorragenden 2. Platz nahm die sportliche Berg- und Talfahrt ein befriedigendes Ende für den jungen Laubenheimer. 85,54 Meter war sein Top-Ergebnis. Der Abschluss des ISTAF war zum Genießen. Gemeinsam mit seinen Kollegen, dem Sieger Thomas Röhler (amtierenden Europameister) und dem Drittplazierten Andreas Hofmann (Vize-Europameister) begab sich Julian Weber auf die Ehrenrunde im Berliner Olympiastadion. Mit der Deutschlandfahne in der Hand ließ sich das erfolgreiche Trio nach dem Wettkampf beim ISTAF feiern. Die 45000 Zuschauer feierten die Drei bei ihrer Stadion-Runde mit einem frenetischen Beifall. Ein wahnsinniges Gänsehaut-Feeling. Jetzt geht er neue Wege. Er siedelt um nach Rostock, um dort beim DLV-Frauenbundestrainer Trainer Mark Frank zu trainieren. Darauf freut er sich. Er wird aber Mainzer und beim USC bleiben. Die Weltmeisterschaft 2019 in Doha hat er dabei fest im Blick. Scherzhaft fügt er hinzu:“Ich werde gewinnen!“