von Ekkehard Schenk

NACKENHEIM – Was vor zwei Jahren begann, hat sich inzwischen etabliert, so Ingo Heers, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes in Nackenheim. Zum wiederholten Mal lud er zu „Käse trifft Wein“ ein. Und es waren alle Plätze restlos ausgebucht, ohne dass Ingo Heers groß Werbung dafür machen musste. Längst ist diese Veranstaltung zum Geheimtipp geworden, sodass sich teilweise die gleichen Besucher wieder trafen, die schon bei der ersten Veranstaltung teilgenommen hatten.

Melanie Rothley ist Käse-Fromelière und Spezialistin auf ihrem Gebiet. Zur Einstimmung brachte sie erst einmal zwei verschiedene Milchsorten zur Verkostung mit sowie zwei Buttersorten. Besonderheit war, dass es sich bei der einen Milchsorte um Heumilch handelte. Heumilch zeichnet sich dadurch aus, dass hierbei die Kühe im Frühjahr auf die Alm getrieben werden, wo sie ausschließlich saftige Gräser und Kräuter  fressen und frisches Quellwasser trinken. Im Winter werden die Tiere mit Heu versorgt. Vergorene Futtermittel wie Silage sind strengstens verboten. Das wirkt sich natürlich auf den Geschmack aus, was bei der Verkostung sehr deutlich wurde. Die zur Verkostung mitgebrachten Käse wurden entsprechend von Sennereien aus Heumilch verarbeitet und anschließend nach alten Familienrezepturen veredelt.

Steffan Haub ist Winzermeister und betreibt zusammen mit seiner Frau ein Bioweingut in Lörzweiler. Er referierte über den Wein-Jahrgang 2018. Gab es in Nackenheim aufgrund der besonderen Böden Trockenschäden beim Wein, so hat man im restlichen Rheinhessen laut Haub eine gute Ernte eingefahren. Aufgrund der großen Mengen durfte aufgrund der bestehenden Gesetzgebung noch nicht einmal alles abgeerntet werden. Viele Trauben ließ man daher entweder einfach hängen oder sie wurden abgeerntet und in den Weinbergen liegengelassen. Auf jeden Fall kommt ein großartiger Wein, schwärmt Steffan Haub. Die zur Verkostung mitgebrachten Weine hat Steffan Haub passend zu den Käsesorten von Melanie Rothley ausgesucht.

Zur Verkostung standen sechs verschiedene Käsesorten mit einem dazu korrespondierenden Wein aus dem Weingut Haub. Begonnen wurde mit einem acht Wochen gereiften Zitronenpfefferkäse zu einem trockenen 2017er Riesling, gefolgt von nicht veredeltem Bergkäse zusammen mit einem 2018er Sauvignon Blanc. Hierbei achtete Steffan Haub darauf, dass sich Käse und Wein auf Augenhöhe trafen. Anschließend ging es weiter mit Käsesorten, die durch ihren gegensätzlichen Charakter zum Wein hierzu wiederum passten. Dies waren im Einzelnen ein Orangenpfefferkäse mit exotischen Noten zu einem trockenen 2017er Rotling. Darauf folgte ein Bauerngarten-Käse mit einem Duft nach einer intensiven Gewürzmischung zu einem feinherben 2017er Cuvé mit ganz vielen Beerennoten. Dann kam ein Alpenblüten-Käse mit einem Aroma, das an medizinisch duftende Blüten erinnerte zu einem 2018er Bacchus Spätlese. Beendet wurde die Probe mit einem Gewürzhexen-Käse, der wiederum ganz intensiv nach einer Gewürzmischung schmeckte, zu einer 2017er Mischung aus Nackenheimer Silvaner mit Lörzweiler Gewürztraminer.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Abend ein voller Erfolg war. Viele kündigten bereits ihre Teilnahme für die nächste Veranstaltung dieser Art an, die laut Ingo Heers für den 10. Oktober 2019 geplant ist.

Melanie Rothley unterstützt Steffan Haub beim Ausschenken der korrespondierenden Weine
Foto: Ekkehard Schenk