Im März dieses Jahres feierte Rainer Knußmann sein 25-jähriges Firmenjubiläum. Der Steinmetz und Steinbildhauermeister, der auch noch einen Abschluss als staatlich geprüfter Gestalter in Stein an der Technikerschule in Freiburg erreicht hat, betreibt sein Geschäft in Nackenheim und eine Werkstatt in Mainz-Ebersheim. Dabei unterstützt ihn seine 86-jährige Mutter Inge, die als ehemalige Verwaltungsfachangestellte mit der Büroorganisation vertraut ist und seit ihrer Pensionierung das administrative Geschäft erledigt.

So vielseitig wie seine Ausbildung ist auch sein Schaffensbereich. Das besondere Steckenpferd ist die Friedhof- und Denkmalpflege. Knußmann stellt besondere Grabstätten her, die von ihm sehr individuell gestaltet werden. So ist es für ihn ein Anliegen, auf den Grabtafeln oder –steinen Hinweise auf persönliche Vorlieben, den Beruf oder Hobbys der Verstorbenen anzubringen. Auf diese Weise finden Angehörige und Freunde bei jedem Besuch Erinnerungen im wahrsten Sinne des Wortes „in Stein gemeißelt“, die sie mit dem Verstorbenen verbinden können. Überhaupt ist der Künstler ein Meister der Symbolik, auf die er auch bei der Restaurierung und Rekonstruktion von beschädigten oder zerstörten Kulturdenkmälern großen Wert legt.

Der Schaffensdrang von Rainer Knußmann ist beeindruckend. Hunderte von Grabstätten, Brunnen, Tore, historische Mauern, Altäre, Kreuzgänge – die Liste ließe sich noch endlos weiterführen, hat er bereits hergestellt, restauriert oder rekonstruiert. Dabei steht für ihn immer im Vordergrund, das Historische so gut wie möglich zu erhalten und Neues so individuell wie vom Kunden gewünscht zu gestalten.

Mit dieser Philosophie stößt der Künstler allerdings nicht immer auf die Gegenliebe von Kirchenoberen oder Landes-Denkmalpflegern, was er mit viel Einsatz und Herzblut zum Anlass nimmt, Überzeugungsarbeit zu leisten und Aufklärung zu betreiben, wo Unwissenheit über tatsächliche Zusammenhänge falsche Entscheidungen bewirken könnten. So hat Knußmann beispielsweise die im Jahr 2011 erschienene Denkmaltopographie des Landkreises Mainz-Bingen in drei Bänden von Dieter Krienke überprüft und darin, nach seiner Aussage, 210 Fehler festgestellt. Es handelte sich dabei unter anderem um falsche Baustoffbezeichnung, die im Falle von Restaurierungen zur Verwendung unverträglicher Materialien führen können.

Knußmann befasst sich aber nicht nur mit der Lektüre und kritischen Prüfung von Publikationen, nein er schreibt auch selbst beachtenswerte Bücher. So hat er gerade ein Buch mit dem Titel „Von der Ardeck bis zur Zarig – Unbekanntes Burgenland Rheinhessen“ fertiggestellt, in dem 101 Burgen, über 60 Schlösser, über 70 Wehrkirchen, Pfalzen, Wohn- und Wehrtürme, Festungen, Stadtmauern, Zollstätten etc. beschrieben und mit rund 1.500 Fotos dokumentiert sind. Dieses Buch ist sowohl als Reiseführer als auch als Fachbuch konzipiert und sucht augenblicklich noch einen Verleger. Ein Kirchenführer über die Nackenheimer Kirche „St. Gereon“ wird gerade korrekturgelesen und soll demnächst veröffentlicht werden.

Zu all dem, als wäre damit nicht schon ein Arbeits- und ein Familienleben (Rainer Knußmann ist verheiratet und hat 2 Kinder)  überreichlich ausgefüllt, malte und baute er Bühnenbilder für Theateraufführungen des Ebersheimer Karnevalvereins „Die Römer“ und ist seit einigen Jahren ehrenamtlicher Leiter des Arbeitskreises Ortsmuseum Nackenheim.

Steingestaltung
Rainer Knußmann
Steinmetz- und Bildhauermeister, staatl. geprüfter Gestalter in Stein
An der Turnhalle 8
55299 Nackenheim
Telefon: 06135–2942
Mobil: 0171–5370138