GAU-BISCHOFSHEIM –  Im Spätsommer 1978 besiegelte eine in der kleinen Burgundergemeinde Liernais unterzeichnete Urkunde die Freundschaft der beiden Dörfer. Daraus entstand eine lebendige Partnerschaft, die in vielen engen und persönlichen Bindungen ihren Ausdruck gefunden hat. Mit einem einstimmig beschlossenen Antrag im Gemeinderat wurden erste Kontakte aufgenommen. Anfang 1974 machten sich dann Bürgermeister Karl-Heinz Göth und die Ratsmitglieder Georg Jungbluth und Georg Josten Richtung Liernais auf. Letzterer berichtet in seiner Chronik von einem freundlichen Empfang des Bürgermeisters. Dieser stand aber der Idee einer Partnerschaft nicht positiv gegenüber, da er im Krieg Mitglied der „Résistance“ war. Er erklärte jedoch, sie nicht negativ beeinflussen zu wollen. Da kein Hotel in der Nähe aufzutreiben war, machten sich die Drei leicht frustriert wieder auf den Heimweg. Somit war die erste Kontaktaufnahme nicht gerade von Optimismus geprägt. Wenige Tage später kam jedoch ein Brief des Lehrers Roger Chennetier in „Bischem“ an, der einen Besuch einer Delegation zu Ostern 1975 ankündigte. Im Herbst besuchte dann eine 43-köpfige Gruppe die kleine Burgund-Gemeinde. Nach mehreren gegenseitigen Besuchen wurde im August 1978 mit der Übergabe der Urkunde die Partnerschaft besiegelt. Seitdem organisiert der Freundeskreis die Treffs und Besuche im Rahmen der Jumelage. Zahlreiche familiäre Verbindungen bestehen seit 40 Jahren. Seitdem wurden mehrere Austausche von Jugendlichen organisiert. 1982 kamen sogar 45 junge Liernaiser zu Besuch. Der gegenseitige Austausch von Jugendlichen ist heute eine der tragenden Säulen der Partnerschaft. Zum Besuch der deutschen Freunde, die VG-Bürgermeister Dr. Robert Scheurer und Bürgermeister Patric Müller  in ihrem Tross hatten, war in der 500 Seelen zählenden Partnergemeinde ein stilvolles Programm vorbereitet. Freitags nach der Unterbringung in den Gastfamilien gab es ein Grillfest mit großem Wiedersehen. Den Samstag läutete ein gemeinsamer Spaziergang ein. Nach dem Mittagessen war abends der große sechsgängige Festschmaus mit anschließendem Besuch eines Männerchor-Konzerts in der Abtei Fontenay. Am Sonntag bummelte man über einen Flohmarkt. Nach dem Mittagessen bei den Gastfamilien ging es dann mit dem Bus auf den fast 700 Kilometer langen Rückweg. Christine Merz, die Vorsitzende des Freundeskreises und Organisatorin des Treffs, ist begeistert von der Herzlichkeit der französischen Freunde, von denen viele seit 1978 dabei sind. Die Jumelage wächst und gedeiht.

Klaus Schmitt