LAUBENHEIM – Sie hat sich inzwischen in Laubenheim zur Gala avanciert: Ortshistoriker Jupp Hecks Bilder- und Filmvorführung unter dem Titel „Laubenum von 773 bis heute“. Im prall gefüllten katholischen Gemeindezentrum fand die Präsentation des 69-Jährigen schon zum sechsten Mal statt. Im September wurden bereits an Kerb 95 % der Tickets verkauft. Dreieinhalb Stunden zeigt Heck über 250 Exponate und lässt sein Publikum in Erinnerungen schwelgen. Dabei gibt es neben einigen alten auch überwiegend neuere Bilder aus vergangenen Jahrzehnten zu bestaunen. Seit Jahren ist Heck unermüdlich unterwegs, seine Sammlung zu erweitern. Bis in die USA reichen dabei seine Bilderlieferanten. Beim Sammeln von Bildern haben sich manche erstaunlichen Bilddokumente in Laubenheimer Kellern und Speichern bei älteren Mitbürgern gefunden. Auch Informationen aus der Laubenheimer Geschichte bereichern den Abend und sorgen oftmals für großes Erstaunen und „Aha-Effekte“ beim Publikum. Heck beginnt mit spektakulären Neuheiten, zunächst mit einer Urkunde von 773, als der Ort unter dem Namen „Nubenheim“ gegründet wurde. Dem folgt ein Ortsplan, den französische Besatzer 1810 angefertigt hatten. Davon wurde von der Fachhochschule eine tolle Animation eines simulierten Rundflugs um den Ort angefertigt. Ein ständiges Rumoren aus allen Ecken des Saales ist bei der Wiedererkennung von Verwandten, Nachbarn und Bekannten im Publikum zu hören. Kaum ein Bild bleibt unkommentiert: „Des is moin Großvadder“ oder „Beim Umzug 60 Jahre Alemannia vorn links des bin ich“ war zu hören. Einen großen Wiedererkennungswert haben Bilder von Gebäuden, die schon lange nicht mehr existieren. Ein ausgesprochen anschaulicher Aspekt des Abends sind die Gegenüberstellungen der bis über 100 Jahre alten Bilder von Straßen oder Gebäuden des Vororts mit heutigen Aufnahmen. Hochgespannt werden alle Bilder akribisch verfolgt. Dabei kann Heck sich nicht verkneifen, einige schlimme Bausünden mit plastischen Beispielen dezent anzuprangern. Zum Beispiel ist das Laubenheimer Wahrzeichen, die katholische Kirche, jetzt hinter einem Neubaugebiet von der Oppenheimer Straße her kaum noch erkennbar. Immer wieder erschütternd ist die Vorführung eines Schwarzweißfilms vom 20.12.1943, der die katastrophale Wirkung eines schweren Bombenangriffs dokumentiert. Zum selben Thema gibt es einen Ausschnitt aus einem SWR-Beitrag mit dem Zeitzeugen Willi Möhn. Zusätzlich interessante Informationen liefern die Mitglieder der historischen AG – Claudia Stein über die Geschichte des „Mainzer Hofs“ und Wolfgang Stampp über die Entwicklung der Straßennamen seit dem 17. Jahrhundert. Unterstützt wird dies von Kommentaren des Laubenheimer Bürgerpreisträgers Dr. Gebhard Kurz. Langer, dankbarer Applaus belohnt Jupp Heck und seine Mitstreiter für den ausgezeichneten Abend. Da in seinem Haus insgesamt noch über 7000 Bilder schlummern, ist die Fortsetzung der Veranstaltung im nächsten Jahr gesichert.

Klaus Schmitt

Ein nachdenkliches Dokument – Foto: Klaus Schmitt