Klimaschutzmanager Markus Forschner erläutert die Sanierungsmaßnahmen –
Foto: Wolfgang Bohrmann

NACKENHEIM – Höchste Zeit für eine Anpassung der haustechnischen Anlagen war es in der Carl-Zuckmayer-Halle. Wie bereits länger bekannt war, liefen Heizung und Lüftung in der Halle ganz und gar nicht umweltschonend und energieeffizient. Auch die Beleuchtung war ein Stromfresser. Alles in allem lag der Energieverbrauch der Halle bei rund 400 % des Durchschnittsverbrauchs vergleichbarer Gebäude, erklärte VG-Bürgermeister Dr. Robert Scheurer in seiner Begrüßungsansprache zum vorläufigen Abschluss der Sanierungsarbeiten. „Deshalb wurde im April 2016 ein Antrag auf Bezuschussung der notwendigen Änderungen gestellt, der schließlich in Höhe von 263.900 Euro genehmigt wurde“, führte er weiter aus. Die Arbeiten sind noch nicht vollständig abgeschlossen, denn es steht noch die Umstellung des großen Saals auf LED-Beleuchtung aus, die im kommenden Jahr im Haushalt berücksichtigt wird. In den übrigen Räumen ist die Umstellung auf LED bereits erfolgt. Nach Umsetzung aller Maßnahmen wird der gesamte Stromverbrauch von bisher 70.000 Kilowattstunden auf rund 35.000 Kilowattstunden halbiert.

Die einzelnen Maßnahmen wurden interessierten Besuchern bei einem Tag der offenen Tür in der Halle von den ausführenden Unternehmen sehr detailliert dargestellt. Im Anschluss an die sehr fachspezifischen Präsentationen führte der VG-Klimaschutzmanager und Verantwortliche für die Haustechnik der Halle, Markus Forschner, die Besucher zu den Anlagen und erklärte am Objekt die umgesetzten Änderungen.

Kernstück für die Energieversorgung der Halle ist die neue Brennstoffzelle der Firma SOLIDpower GmbH, die in Zukunft die elektrische Grundlast des Gebäudes von rund 5 Kilowatt abdecken wird. Damit wird nur noch die Spitzenlast vom Versorger benötigt und es werden so rund 7.800 Euro pro Jahr eingespart. Damit amortisiert sich die Brennstoffzelle bereits nach 1,5 Jahren.

Die Lüftung wird zukünftig durch die intelligente Lüftungsregelung DDC4000 gesteuert, die von der Kieback&Peter GmbH & Co. KG geliefert und eingebaut wurde. Damit ist jetzt auch eine Umluftregelung realisiert, die den Energiebedarf der Lüftung signifikant reduziert. Die DDC4000 wird mit der Software „Climotion“ gesteuert und optimiert.

Um die Lüftung noch optimaler zu gestalten, wurden in den kleineren Räumen dezentrale Deckenlüftungsgeräte eingebaut, die individuell eingesetzt, nur den entsprechenden Raum bei Benutzung be-/entlüften.

In die Heizungsverteilung wurden von der Bodenheimer Willi Berg und Sohn GmbH & Co. KG die bisher redundant eingebauten Pumpen durch moderne Wilo-Pumpen ersetzt. Diese Einzelpumpen sind elektronisch gesteuert. Der Strom-/Gasverbrauch reduziert sich dadurch erheblich und die Heißwasserversorgung funktioniert wesentlich effizienter. Schließlich wurde der bisher eingebaute überdimensionierte Heißwasserspeicher durch einen kleineren Speicher ersetzt.

Auch Ortsbürgermeisterin Margit Grub freute sich in ihrer Begrüßungsansprache darüber, dass nun endlich die Kosten besser im Griff sein werden.

Wolfgang Bohrmann