NIERSTEIN – Fleißarbeit leisteten die Sängerinnen und Sänger vom Kilians-Chor Nierstein nicht nur in den letzten Wochen und Monaten zur Vorbereitung des Jubiläumskonzertes „Magnificat – 30 Jahre Kilians-Chor“ am 25. November, nein, bis zuletzt wurden Stühle in die Kilianskirche geschleppt, um der erhofften Zuhörerresonanz gerecht zu werden. Die Vorahnung war begründet, lauschten doch mehr als 400 Besucher den Klängen des Chores, der eine Bandbreite seines Wirkens in den letzten drei Jahrzehnten zum Besten gab.

Frank Häser, der den Chor im Februar 2017 als neuer Dirigent übernahm, bereitete die 60 Sängerinnen und Sänger auf den Punkt genau auf das Jubiläumskonzert vor. „Come in and stay a while“ war der Opener des Abends und lud damit das Publikum wortwörtlich zum Verweilen und genießen ein. „Earth Song“ von Michael Jackson, „Wild World“ von Cat Stevens, „Sweet Dreams“ von den Eurythmics und „Africa“ von Toto setzten die weltlichen Akzente beim Konzert in der Kilianskirche. Tief in der Vergangenheit grub der Chor bei „Die Mitte der Nacht“, einem neuen geistlichen Lied, welches seit 1988 vom Kilians-Chor interpretiert wird. Genauso lange, und damit Gründungsmitglieder, halten Mechtild Sander, Walburga Sander, Claudia Kessel, Gerti Schmitt und Walter Hennemann dem Kilians-Chor die Treue. Claudia Sander setzte auch den nächsten Glanzpunkt beim Konzert mit ihrer Solostimme bei „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Chor- und Musikfilm „Wie im Himmel“. Dieser Film aus dem Jahr 2004 führte zu einer nie dagewesenen Begeisterung für den Chorgesang. Begeistern konnten auch Dagmar Nilles (Klavier), Saniya Göttlicher (Oboe), Johanna Ziegler (Querflöte), Helen Köhl (Klarinette), Tim Sangers (Schlagzeug) und Oliver Heinrich (Bass) an ihren Instrumenten mit der passenden Instrumentalbegleitung des Chores. Bei der geistlichen Chorliteratur stachen das Sanctus und das Benedictus aus der Messe Solennelle en l´honneur de Ste-Cécile von Charles Gounod hervor. Dabei waren die Solostimmen bestens durch die Soprane Ursel Köhl und Andrea Lorenz vertreten. Das „Esurientes“ und das „Magnificat“ aus dem gleichnamigen Werk von John Rutter, „Magnificat anima mea Dominum“, beendete offiziell einen beeindruckenden Konzertabend.  Martin Cordes, der kurzweilig durch das Programm führte, entließ die Zuhörer, begleitet von zwei Zugaben, nämlich dem „Psaume de la creátion“ von Patrick Richard und „Sei behütet“ von Clemens Bittlinger, auf ihren Nachhauseweg, nicht ohne sich vorher beim Publikum für das Interesse, beim Chor und den Instrumentalisten für deren Engagement und natürlich beim Chorleiter, Frank Häser, für dessen Musikbegeisterung zum Wohle des Kilians-Chors bedankt zu haben.

 

Norbert Kessel