LAUBENHEIM – Eine akademische Feier beendete als krönender Abschluss die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des SPD-Ortsvereins. Nach einer musikalischen Einleitung begrüßte der Landtagsabgeordnete und Ortsvorsteher Mainz-Neustadt, Johannes Klomann, die geladenen Gäste und führte weiterhin durch den Programmablauf. Parteivorsitzender Ralf Geissner drückte anschließend seine Freude aus, über die zahlreich erschienenen Ehrengäste aus Politik und Vereinen. Er reflektierte in seiner Rede die Ideale Bürgerrechte und Freiheit, für die die SPD auch in Laubenheim seit 125 Jahren steht. Ministerpräsidentin Malu Dreyer wies in ihrer Festrede zunächst auf die vielen Veranstaltungen des Ortsvereins im abgelaufenen Jahr hin und lobte das Engagement für die Partei. Die Geschichte der SPD sei eine wechselvolle, auf die man aber sehr stolz sein könne. Dabei erwähnte sie die Durchsetzung des hart erkämpften Frauenwahlrechts vor hundert Jahren. 1919 durften Frauen erstmals wählen, was 80% auch in Anspruch nahmen. Sie sieht ein Missverhältnis darin, dass heute leider nur 18,7% Frauen in kommunalen Parlamenten vertreten sind, obwohl die Bevölkerung zu 50 % aus Frauen besteht. Im Hinblick auf die 2019 anstehende Europawahl sprach sie von einem klaren Kurs der Partei zu den Themen Rassismus und Rechtsextremismus. Es schmerze sie, dass die AfD sowohl im Landtag als auch im Bundestag sitzt. Es drohe zudem die Gefahr, dass die Rechtsextremisten bei den 2019 stattfindenden Europawahlen eine Mehrheit bekommen. Sie drängt auf eine bessere Wahlbeteiligung, um die Verbreitung nationalistischen Gedankenguts abzuwehren. Es müsse auf alle Fälle ein Rechtsruck in Europa bekämpft werden. Zum hochbrisanten Thema Fluglärm sagt die Ministerpräsidentin, dass die Belästigungen des vergangenen Sommers für Laubenheim die Hölle waren. Der Gedanke an ein drittes Terminal in Frankfurt bedrücke sie. Es hätte dort einmal ein Versprechen gegeben, dass es auf dem Rhein-Main-Flughafen keinen Flugbetrieb von Billigfliegern geben werde. Es sei nun ein „totaler Hammer“ und „unmoralisch“,  dass dagegen nichts unternommen werde. Zum Ende ihrer Ausführungen konstatierte sie, dass man zurzeit etwas unter dem Zustand der Partei leide. Mit ihrem Appell forderte sie alle Sozialdemokraten auf, standhaft zu bleiben und sich auf die Grundwerte der Partei zu besinnen. Die SPD in Rheinland-Pfalz stehe klar für gleiche Bildungschancen. Auch bundespolitische Erfolge der Partei sprach sie an, wie z. B. die Stabilisierung des Rentenniveaus auf 48% und  Verbesserungen in sozialen Bereichen. Die soziale Sicherheit sei grundsätzlich für alle Menschen zu gewährleisten und niemand solle um seine Existenz bangen müssen. Die SPD habe Antworten auf viele große gesellschaftspolitische Fragen. Alle Mitglieder sollten die Chance nutzen, sich an der Parteiarbeit zu beteiligen. Vieles werde neu zu regeln sein. Nach ihrer mit großem Beifall aufgenommenen Rede ehrte die Ministerpräsidentin noch Anton Ranzenberger und Dieter Kretschmer für 60-jährige und Werner Acker für 40-jährige Mitgliedschaft. Hedwig Gebhart wurde für ihre langjährige Mitarbeit ausgezeichnet. Nach den Grußworten von Ortsvorsteher Gerd Strotkötter klang die akademische Feier, wie auch die Bundesparteitage der SPD, mit dem gemeinsam intonierten Arbeiterlied „Brüder zur Freiheit zur Sonne“ aus. Für die Laubenheimer SPD bedeutete die Veranstaltung den Höhepunkt der vielen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.

Klaus Schmitt