LAUBENHEIM – Die altehrwürdige katholische Pfarrkirche Mariae Heimsuchung entwickelte sich in den letzten Wochen zu einer Laubenheimer „Music Hall“. Die drei Chorkonzerte und Tobias Keils Orgelkonzert innerhalb von vier Wochen waren allesamt musikalische Leckerbissen (wir berichteten darüber). Den Abschluss machte die Sängervereinigung 1844/71 mit einem Adventskonzert. Unter dem Titel „Tradition und Moderne“ hatte Dirigent Antonio Sarnjai mit dem Männerchor und dem gemischten HeartChor wieder ein höchst anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das einen Einblick in die respektablen Fähigkeiten beider Chöre lieferte. Mit Friedrich Silchers von beiden Chören und den Besuchern gemeinsam intonierten „Macht hoch die Tür“ startete man in ein unterhaltsames und geschickt ausgewähltes und der Adventszeit angemessenes Konzert. Die dreißig Herren des Männerchors spannten einen zeitlichen Bogen über zweihundert Jahre mit zwei neu arrangierten Werken des Gegenwarts-Komponisten Werner Jung-Faber „Leise rieselt der Schnee“ und „Was soll das bedeuten?“.  Willy Trapps „Hallelujah“, angelehnt an den bekannten Song „Michael“ des Kingston Trios und Hermann Sonnets „Weihnachtsglocken“ beendeten den ersten Gig des Männerchors. Der HeartChor konnte darauf mit John Lennons „Imagine“, seinem Traum nach einer besseren Welt, glänzen. John Stainers vierstimmiger Satz „The first Noel“, die Geschichte von Jesu Geburt („Born is the King of Israel“) und Edward Stauffs lockeres „Ding Dong Merrily on High“ charakterisierten die Fröhlichkeit der Adventszeit. Mit „Singet, preiset und lobet den Herrn“ und „Lobet Gott im Himmelreich“ aus der Liederreihe „African Noel“ von Pasquale Thibaut fügte der Männerchor zwei weitere, perfekt vorgetragene Lieder dem Abend zu. Es folgte Friedrich August Kerns „Weihnachtlich schon rauscht der Wald“. Mit „Frosty the Snowman“ vom „Singing Cowboy“ Gene Audry erzeugten die Herren mit ihrem deutsch gesungenen letzten Beitrag leichtes Swing-Feeling im Auditorium. David Lantz‘ „Alleluia for Advent“ war der Beginn des letzten Auftritts des HeartChors. Das von Bassist Rainer Zöller gekonnt angesungene weltberühmte „All I want for Christmas is you“ von Mariah Carey bewies, dass man das Thema Weihnachten auch auf diese Art interpretieren kann. Ein absoluter „Hinhörer“ war das Abschlusslied „Christmas in about 3 Minutes“. 23 weltberühmte Weihnachtslieder hat Marc Weston hier hinein gezaubert. Ein außergewöhnlicher Hörgenuss. Zuletzt betraten beide Chöre den Altar. „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ von Michael Praetorius und „Schau auf die Welt“ von John Rutter, das heute in keinem Repertoire eines guten Chores fehlen darf, beendeten den stimmungsvollen Abend.  Nach einem höchst gelungenen Konzert voller Emotionen verabschiedeten die beiden Chöre und ihr Chor- und Gesamtleiter Antonio Sarnjai die vielen Besucher, mit der Hoffnung auf eine besinnliche, aber auch freudige Advents- und Weihnachtszeit. Viel zum Gelingen des Konzerts trug auch die junge Pianistin Mirijam Gangluff mit ihrer hervorragenden Begleitung bei. Für den guten Ton sorgte, routiniert wie immer, Laubenheims P.A.-Spezialist Michael Horber.

Klaus Schmitt