BODENHEIM – Von der Idee bis zur Eröffnung waren es 5 Jahre Planungszeit. Der Winzer Thilo Acker (40) und seine Frau Katharina (34) erfüllten sich einen Wunsch: einen Weinprobierraum zu bauen, in dem die Kunden ein tolles modernes Ambiente vorfinden.

Katharina Acker: „Hier soll über Wein gesprochen und es soll Wein probiert werden. Genuss muss im Mittelpunkt stehen. Und das in einem modernen, aus natürlichen Baustoffen erstellten Neubau. Lichtdurchflutet der Innenraum – der Blick geht hinaus in die Weinberge.“

Der alte Probierraum kam in die Jahre, war nicht mehr zeitgemäß. Und vor allem zu klein. Arbeitsabläufe haben sich geändert, der alte Raum wird umfunktioniert. Vier Standort-Varianten diskutierte Familie Acker, bis sie sich für den aktuellen entschied. Mit dem Architekturbüro Eichler (Alzey) fanden die beiden einen Ansprechpartner, der wie sie Visionen hat. Ein Holzhaus wurde entworfen, das anfangs nur eine Etage hatte, dann aber schnell eine zweite Ebene draufgesetzt bekam. Und genau so wurde dann gebaut. Soll die Weinkiste doch ein Blickfang sein.

Voraussetzung zum neu bauen war allerdings, dass die Altwinzer-Familie mit Manfred und Anne Acker aus ihrem seit ca. 40 Jahren bewohnten Gebäudeteil auszieht. Dieser Teil sollte abgerissen werden, um einem Neubau Platz zu machen. Im Februar 2018 wurde abgerissen und im August 2018 eröffnet. Die Temperaturen zwischen -7 und + 35 °C führten immer wieder zu neuen Herausforderungen.

Katharina Acker: „Wir nennen das Gebäude Weinkiste, da es aus Holz ist und die beiden gegenüberliegenden großen Fenster die Griffe einer Weinkiste symbolisieren.“

50 Personen haben nun im Martinushof Platz. Die einzelnen Bereiche Arbeiten mit Spüle etc., Verkauf und Probieren sind durch unterschiedliche Materialien der Einrichtung klar erkennbar. 25 Hektar bewirtschaftet das Team von Familie Acker. Mit Weinbergen in Laubenheim, Gau-Bischofsheim, Nackenheim und Bodenheim liegen sie mit ihrer Weinkiste mittendrin. 2018 erhielt Thilo Acker den Bundesehrenpreis des Landwirtschaftsministeriums für seine Sektlinie.

Wolf-Ingo Heers